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Im Blätterwald vom 17.06.2006 PDF Drucken E-Mail
redok   
17.06.2006
Heute aufgelesen: Das FAZ-Feuilleton räumt am ehemaligen "Tag der Deutschen Einheit" einem rechtsextremen Geschichtsrevisionisten eine ganze Seite ein, um die Schuld am 2. Weltkrieg mal ein wenig Richtung Polen zu verschieben.

Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung darf Stefan Scheil sich eine ganze Seite lang über "Mitteleuropäische Gedankenspiele nach Versailles" verbreiten. Scheil, ansonsten Stammautor bzw. Stammgast der rechtsextremen "Jungen Freiheit" und des "Institut für Staatspolitik", schwadroniert in dem renommierten Blatt über Pläne für "eine polnische Militäroffensive gegen Deutschland", der ein "Weg in die deutsche Hauptstadt" gebahnt werden sollte. Polen - für Scheil ein "Pufferstaat" - war am 1. September 1939 nicht etwa vom Dritten Reich überfallen worden, sondern ein Krieg war "ausgebrochen"; einen "Überfall" auf Polen gab es bei Scheil nur von der Sowjetunion.

Selber schuld, die Polen, die den Hals nicht voll kriegen konnten. Was das FAZ-Feuilleton dazu geritten hat, dieses Machwerk des Stefan Scheil, der bereits am 16. März 2004 in der Welt als einer der Publizisten der "extremen Rechten" charakterisiert wurde, die "weiter ihren Kampf gegen die Evidenz sämtlicher Quellen" kämpfen, bleibt wohl das Geheimnis der Redaktion.

Der Artikel ist bei der FAZ online nicht kostenfrei abrufbar; eine Textversion (PDF-Datei) externer Linkhat Scheil auf seiner eigenen Website veröffentlicht.