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NPD
Neonazi-"Bayerntag" in Regensburg PDF Drucken E-Mail
redok   
13.06.2006
Regensburg. Ihren "Bayerntag" wird die NPD am 17. Juni in Regensburg veranstalten. Das als "Sommerfest" deklarierte Neonazi-Treffen soll entweder auf dem zentral gelegenen Domplatz oder in einem Bierzelt am Stadtrand von Regensburg stattfinden.

Nach gescheiterten Versuchen, den "Bayerntag" in Cham und Schwandorf auf privaten Grundstücken stattfinden zu lassen, hat die Partei nun offenbar erfolgreich ein prominentes öffentliches Areal reklamieren können. In Regensburg waren zunächst andere Plätze im Gespräch: die nahe der Innenstadt gelegene Jahninsel sowie als Ausweichplätze der Dultplatz und der Kohlenmarkt. Laut Mitteilung eines örtlichen NPD-Verbandes solll nun der zentral gelegene Domplatz feststehen; die Landes-NPD hat bisher keinen Veranstaltungsplatz genannt.

Damit würde die NPD ihre Feier direkt vor der Kulisse des bekannten Regensburger Doms, der Hauptkirche des Bistums Regensburg, abhalten. Gerade einen Steinwurf vom Domplatz entfernt befindet sich auf dem Neupfarrplatz das externer LinkBodenrelief des israelischen Künstlers Dani Karavan, das den externer LinkStandort der 1519 zerstörten Synagoge bedeckt. Schon im ersten Jahr seit der Errichtung im Juli 2005 wurde die Bodenskulptur mehrfach von Neonazis attackiert; bereits wenige Tage nach Eröffnung wurde es mit antisemitischen Hetzsprüchen samt Hakenkreuz beschmiert.

Der bereits lange geplante "Christopher Street Day" (CSD) inklusive Parade durch die Altstadt findet zur selben Zeit nur wenige hundert Meter entfernt auf dem Regensburger Haidplatz statt. Teilnehmer der Veranstaltung sind Schwulengruppen aus ganz Ostbayern. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 3.000 Menschen am CSD in Regensburg teil.

Eine Meldung der Nachrichtenagentur AP sprach dagegen von einem "Bierzelt am Stadtrand von Regensburg" als Veranstaltungsort.

Als Redner beim "Bayerntag" sind angekündigt: Udo Voigt (NPD-Bundesvorsitzender), Ralf Ollert (bayerischer NPD-Landesvorsitzender), Sascha Roßmüller (NPD-Parteivorstand, Landesvorstand Bayern) sowie der Österreicher Volker Torn (Bund Freier Jugend, BFJ). Als "musikalische" Unterhalter stehen Rechtsrockgruppen und neonazistische "Liedermacher" bereit: Asynja (Schweden), Hauptkampflinie (Hessen), "Liedermacher Edei" (Mitglied der Gruppe Kraftschlag), Burning Hate (Franken) sowie die "Lokalmatadoren" Annett & Michael Müller. Müller ist unter anderem dafür bekannt, dass er das Schlagerlied "Mit 66 Jahren" (Udo Jürgens) mit verändertem Text gesungen hatte, wobei er über die Vernichtung der europäischen Juden höhnte: "Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an ... bei sechs Millionen Juden ist noch lange nicht Schluss". Jürgens hatte im Jahr 2004 gegen Müller Strafantrag gestellt.

Neben solchen sommerfestlichen Angeboten will die NPD auch "ein großes Bierzelt" und eine "Hüpfburg für die Kleinen" aufbauen. Bei 10 Euro Eintritt erwartet die Partei 800 Teilnehmer. Angemeldet wurde die Veranstaltung in Regensburg von Willi Wiener, NPD-Kreisvorsitzender und Chef der Kameradschaft "Asgard Ratisbona".

Zu einer Gegendemonstration riefen die Jusos und der DGB-Regionalverband Regensburg auf.