| NPD / Neonazis | |||
| Mai-Demonstration mit SS-Verherrlicher |
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| redok | |
| 01.03.2008 | |
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Nürnberg. Mit einer "bundesweiten Großdemonstration zum 1. Mai" in Nürnberg will die NPD den Wahlkampf für die bayerische Landtagswahl im September einläuten. Zwar soll ein ausgewiesener Nazi-Musiker die hartgesottene Kameradschafts-Szene zu dem Auflauf locken, doch viele parteiunabhängige Neonazis werden eher zu der Konkurrenz-Demo in Hamburg fahren.
Bei den morgigen Kommunalwahlen in Bayern kann die NPD unter eigener Flagge nichts gewinnen, denn einzig in Fürth wollte sie als Partei zur Stadtratswahl antreten. Doch dort schaffte sie es nicht, die zur Kandidatur nötigen Unterschriften zu sammeln und durfte daher nicht zur Wahl antreten. Gewählt werden können NPD-Kandidaten nur in Nürnberg und in München, wo sie unter der Bezeichnung "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA) auftreten. Bei der Landtagswahl am 28. September soll das anders werden, denn die NPD will mit Kandidaten in allen 91 Stimmkreisen antreten. "Erstmals seit 1972" werde man wieder flächendeckend präsent sein, was die NPD-Chancen "drastisch" vergrößere, so der Partei-Landeschef Ralf Ollert. Sein Stellvertreter Sascha Roßmüller wähnt sich gar auf der Überholspur und forderte den CSU-Parteivorsitzenden Erwin Huber auf, sich darauf vorzubereiten, "den Stab im September an uns zu übergeben". Ein erstes Aufwärmen zur Landtagswahl soll offenbar die "bundesweite" NPD-Demo am 1. Mai in Nürnberg unter dem Motto "Sozial geht nur national" sein. Als Redner sind dort die beiden Bayern Ollert und Roßmüller gebucht, darüber hinaus auch Bundes-Parteichef Udo Voigt und der Vorsitzende der Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" Michael Schäfer. Musikalische Dienste soll der Berliner Partei-Klampfenbarde Jörg Hähnel leisten. Mit einem weiteren Musiker soll speziell die neonazistische Skinhead- und Kameradschafts-Szene gelockt werden: als Sänger und Gitarrist der Gruppe "Hauptkampflinie" (HKL) ist Oliver Podjaski aus Kassel schon seit zwölf Jahren im Einsatz. Die Band ist nicht nur auf NPD-Veranstaltungen, sondern auch schon öfter auf Konzerten des internationalen Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" aufgetreten. Als HKL-Frontmann besang Podjaski die SS und deren Ehrenabzeichen "Totenkopfring" ("Du stehst im Kreis der Schwarzen Sonne ... trägst du den Ring, der das Symbol des Todes trägt") und feierte den Polizistenmörder Kay Diesner als "Helden" ("Du bist stets ein aufrechter Deutscher gewesen, zur Gewalt haben dich diese Schweine getrieben"). Die Hardcore-Musikanten von HKL sollten bereits im Sommer 2006 beim "Bayerntag" der NPD aufspielen, doch kurz vor der Veranstaltung verbot die Stadt Regensburg den Auftritt der Nordhessen. Im Oktober 2006 wollte HKL gemeinsam mit der tief im "Blood & Honour"-Milieu verwurzelten Dortmunder Band "Oidoxie" beim Kasseler Rocker-Club "Bandidos" auftreten, doch die Polizei verhinderte das Konzert. Ob ein solches Aushängeschild nun der NPD den erwünschten Zulauf von parteiunabhängigen Neonazis zur Nürnberger Demo bringt, scheint jedoch fraglich. Nicht wenige Neonazis selbst aus Bayern wollen am 1. Mai lieber zur Konkurrenzveranstaltung nach Hamburg fahren, die von den "freien Nationalisten" um das "Aktionsbüro Nord" organisiert und von der Hamburger NPD mit ihrem Landesvorsitzenden Jürgen Rieger unterstützt wird. Die "bundesweite" NPD-Demo mit musikalischer Hardcore-Neonazi-Unterstützung wird wohl überschaubar bleiben. |