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Rechte Gewalt
Bedrohung und rassistische Gewalt in Ostdeutschland PDF Drucken E-Mail
redok   
19.06.2006
Rangsdorf. Am Freitag wurden am Rande einer Veranstaltung gegen Rechtsextremismus im brandenburgischen Rangsdorf elf Personen festgenommen. Nachdem mehr als 30 Neonazis zum Teil vermummt und mit Steinen bewaffnet in Richtung des Veranstaltungsortes unterwegs waren, konnten sie von alarmierten Polizisten aufgehalten werden. Die Festgenommenen seien der Polizei als "Gewalttäter aus der rechten Szene" bekannt. 

Bedroht worden ist laut Medienberichten auch ein farbiger Mensch, der die Veranstaltung besuchen wollte. Zwei der in Rangsdorf beteiligten Neonazis waren nun am gestrigen Sonntag am Angriff auf einen 15-jährigen Jugendlichen äthiopischer Herkunft in Schönefeld bei Berlin beteiligt. Der Junge wurde dabei mit einem Steinwurf gegen den Kopf schwer verletzt. Die insgesamt vier Tatverdächtigen des Überfalls im Alter zwischen 15 und 23 Jahren - darunter eine Frau - seien eindeutig der rechten Szene zuzuordnen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Potsdam. Unmittelbar vor der Auseinandersetzung sollen die Vier durch die Straßen gezogen sein und NPD-Sticker geklebt haben.

Ebenfalls am gestrigen Sonntag haben rechte Schläger in einer Regionalbahn von Merseburg nach Querfurt (Sachsen-Anhalt) drei junge Männer einen Serben attackiert. Dabei schlugen und traten sie ihn, der 26-Jährige erlitt  Prellungen und Schürfwunden.

Der zeitliche Anlass für die Veranstaltung in Rangsdorf war der 10. Jahrestag des Nazi-Angriffs auf Noël Martin im benachbarten Mahlow. Der dunkelhäutige britische Bauarbeiter war von zwei Neonazis durch einen Steinwurf auf sein Auto schwer verletzt worden und ist seither vom Hals abwärts gelähmt. Der an den Rollstuhl gefesselte Noël Martin hat indessen seinen Freitod angekündigt. Dazu wolle er in die Schweiz gehen, wo passive Sterbehilfe möglich sei.