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NPD / Rassismus / Vor Gericht
Anklage gegen NPD-Spitze PDF Drucken E-Mail
redok   
25.03.2008
Berlin. Anklage wegen Volksverhetzung und Beleidigung hat die Staatsanwaltschaft Berlin gegen NPD-Chef Udo Voigt und zwei weitere Parteivorstandsmitglieder erhoben. Anlass ist ein NPD-Flugblatt, mit dem in rassistischer Weise gegen einen dunkelhäutigen Fußball-Nationalspieler gehetzt wurde.

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hatte die NPD einen sogenannten "WM-Planer" mit der Überschrift "Weiß! Nicht nur eine Trikotfarbe! Für eine echte National-Mannschaft" aufgelegt. Der betroffene Nationalspieler Patrick Owomoyela erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die NPD; bei einer Durchsuchung der NPD-Parteizentrale wurden 70.000 WM-Planer beschlagnahmt.

Owomoyela und der Deutsche Fußballbund (DFB) hatten darüber hinaus Strafanzeige gegen die NPD. erstattet. Schon vor einem Monat war über eine baldige Anklage berichtet worden, die heute von der Staatsanwaltschaft bestätigt wurde. Neben Voigt werden auch die Parteivorstands-Mitglieder Frank Schwerdt (zugleich Landes-Parteichef in Thüringen) und Klaus Beier (Landesvorsitzender Brandenburg) von den Strafverfolgern angeklagt. Ein Termin für eine Verhandlung beim Amtsgericht Tiergarten steht noch nicht fest.

Owomoyela zeigte sich heute zufrieden über die Anklage und erklärte: "Es ist für mich noch mal die Bestätigung, dass es richtig war, damals so entschlossen dagegen vorgegangen zu sein. Mit diesem Heft wurde deutlich für eine Nationalmannschaft mit Spielern ohne Migrationshintergrund geworben. Das kann nicht sein."

NPD-Parteisprecher Beier hatte schon vor eineinhalb Wochen bestritten, dass in dem "WM-Planer" überhaupt ein dunkelhäutiger Spieler abgebildet worden sei. In einer zweiten Version des "WM-Planers" hatte die Partei allerdings Piktogramme eines weißen und zehn farbiger Nationalspieler gezeigt und dazu die Frage gestellt "Nationalelf 2010?". Die Agentur Reuters zitiert Frank Schwerdt, der im Parteivorstand für das "Amt Recht" zuständig ist, mit dem Bekenntnis: "Wir lehnen es grundsätzlich ab, dass auswärtige Spieler in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft tätig sind." Dann könne man auch nicht ein Nationalmannschaftsspiel Italien gegen Deutschland mit einem Spiel wie Zaire gegen Kongo verwechseln.