| NPD / Neonazis / Rechte Gewalt | |||
| Neonazis randalieren in Hamburg |
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| 02.05.2008 | |||||
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Hamburg. Zur 1.-Mai-Demonstration der Hamburger NPD und "freien Kräften" aus Norddeutschland unter dem Motto "Arbeit und soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen!" sind nach Polizeiangaben rund 1.500 Neonazis in der Hansestadt erschienen. Am Rande der rechtsextremen Veranstaltung wurden zahlreiche Menschen verletzt. Bereits zu Beginn kam es zu einem Angriff durch "Autonome Nationalisten" auf Journalisten.
Der Protestmarsch, der durch Hamburg-Barmbek führen sollte, begann offiziell um 12 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt fand sich am Startpunkt der Demonstration jedoch erst ein Dutzend Rechtsradikale ein. Mit insgesamt zehn Bussen und mit der Bahn reisten weitere Teilnehmer des Aufmarsches an. Viele mussten sich einer Sichtkontrolle durch Beamte unterziehen, nachdem sie Baustellenzäune umgeworfen hatten und auf Fotografen sowie Beamte losgegangen waren. Gegen 15 Uhr, nachdem die Ordner durch die Polizei überprüft worden waren, setzten sich die Rechtsextremisten, die überwiegend den "Autonomen Nationalisten" (AN) zugerechnet werden können, in Bewegung. Lediglich vor und hinter der Demonstration liefen Polizisten mit. Dadurch kam es bereits zuvor zu einem Ausbruch von etwa 200 gewaltbereiten Neonazis, die anschließend in der Stadt auf "Jagd" nach Linken gingen.
Einige Dutzend AN durchbrachen einen Zaun, hinter dem sich Journalisten, unter anderem ein ARD-Kamerateam, befanden. Ein Fotograf wurde verprügelt. Die Polizei griff erst verspätet ein. Offenbar reichten die etwa 2.500 Einsatzkräfte nicht aus, um Gegendemonstranten und die Presse vor den gewalttätigen Rechten zu schützen. Rund 10 000 Menschen protestierten meist friedlich gegen die Neonazis. Barrikaden wurden auf der von der Polizei abgeänderten Route der Neofaschisten errichtet. Spezialkräfte der Polizei räumten Sitzblockaden - auch unter Einsatz von Wasserwerfern. Während des rechtsextremen Aufmarsches versuchten zahlreiche Gegner, die mit menschenverachtenden Inhalten versehenden Reden zu übertönen. Neonazis bewaffneten sich mit Steinen. Auch hier zeigte sich der Kräftemangel bei der Polizei. Ihre antisemitische Einstellung zeigten die Neonazis nicht nur durch das Tragen von "Pali-Tüchern" und das Skandieren von "Nie wieder Israel", sondern auch durch eins der Fronttransparente mit der Aufschrift "Deutsche Intifada". Parolen wie "Palästina hilf uns doch, Israel gibt's immer noch" und "Schlagt den Roten die Schädeldecke ein" waren ebenfalls zu hören. Eine Iran-Flagge wurde mitgeführt. Die Demonstration endete an einem S-Bahnhof. Es kam zu Rangeleien zwischen den Rechtsradikalen und den Ordnungshütern. Bereitschaftspolizisten setzten Tränengas ein. Mit vier S-Bahnen sollten die Neofaschisten abtransportiert werden. Doch bereits im ersten Zug wurde die Notbremse gezogen, sodass sich dies verzögerte. Nationalisten beschädigten anschließend eine S-Bahn. Mehrere Antifaschisten wurden angegriffen, einige mussten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger (NPD Hamburg), der auch als Redner auf der Demonstration auftrat, sollte festgenommen werden, was der Polizei jedoch nicht gelang.
Zu Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und Neonazis kam es am Abend im Hauptbahnhof. Rund 400 Neofaschisten skandierten "Frei, Sozial und National" und griffen die deutlich in Unterzahl anwesenden Linken an. Polizisten versuchten, beide Gruppen zu trennen und nahmen zahlreiche Antifaschisten fest. 20 Polizisten und über 100 Nazi-Gegner wurden an dem Tag verletzt. |
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