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"Autonome Nationalisten" auf Vormarsch in rechtsextremer Szene | Neonazis | |||
| "Autonome Nationalisten" auf Vormarsch in rechtsextremer Szene |
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| 22.05.2008 | |||||||
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Hamburg. In einem neuen Gewand erscheinen große Teile der Neonazis heute. Das Bild des kahlköpfigen, tätowierten Skinheads mit Springerstiefeln und Bomberjacke ist dem des unauffälligen und meist schwarz gekleideten "Autonomen Nationalisten" gewichen.
"Autonome" - darunter versteht man normalerweise eine Gruppierung des linksradikalen Spektrums. Die Neonazis schreiben sich dieses Synonym, das Unabhängigkeit symbolisiert, auf die Fahne, um sich als nicht parteizugehörig zu kennzeichnen. "Freie Nationalisten" gab es auch schon vor dem Auftreten der "Autonomen Nationalisten", doch offenbar hatten sich zu viele "freie Kräfte" Parteien wie der NPD angeschlossen, sodass eine neue Bezeichnung für die wirklich unabhängigen "Kameraden" her musste. Zudem ist eine zunehmende Militanz bei den "Autonomen Nationalisten" zu verzeichnen. Am 1. Mai in Hamburg zeigten sie ihr wahres Gesicht: Schläge und Tritte gab es für Gegendemonstranten und Polizisten. Vor allem aber Journalisten, die über die Rechtsextremisten berichten wollten, wurden von Dutzenden "Autonomen Nationalisten" angegriffen. Kameras wurden geraubt, offene Drohungen an zahlreiche Medienvertreter ausgesprochen - im Beisein von hochrangigen NPD-Kadern.
Bei immer mehr Demonstrationen muss sich die NPD hinten anstellen, hinter dem Block aus schwarz gekleideten, vermummten "Autonomen Nationalisten". Der "Schwarze Block", der dem linksradikalen Spektrum entstammt, wird von den modernen Nazis übernommen. Sonnenbrillen, Kapuzen-Pullover, Basecaps und Lederhandschuhe lassen die Rechtsextremisten auf den ersten Blick wie Autonome erscheinen - auf den ersten Blick. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass auf den Buttons keine anarchistischen, linken Parolen zu lesen sind, sondern neofaschistische Symbolik.
Das Logo der "Antifaschistischen Aktion" wurde beispielsweise von den Neonazis missbraucht: "Nationale Sozialisten - Bundesweite Aktion" steht auf dem Emblem, das sowohl die gleiche aus zwei Fahnen bestehende Symbolik, als auch dieselbe Farbe wie das Antifa-Zeichen hat. In Hamburg standen die Ordnungshüter dem braunen Mob meist überfordert gegenüber. Solche Gewaltexzesse kannten die Beamten von den Neonazis nicht, der Staatsschutz unterschätzte sowohl die Zahl der anreisenden "Autonomen Nationalisten" als auch deren Gewaltbereitschaft. Polizisten drängten Fotografen, die das Randalieren der Rechten im Hauptbahnhof dokumentierten, ab, drohten Pressevertretern mit Festnahmen und nahmen linke Protestler brutal in Gewahrsam - unter dem Beifall der "Autonomen Nationalisten". Zu groß war offenbar die Angst, es könnte weitere Auseinandersetzungen mit den gewalttätigen Neofaschisten geben. Die Bereitschaftspolizisten schritten bei Straftaten der Rechtsextremisten nicht ein. In einem im Internet veröffentlichten Video der "Autonomen Nationalisten" ist der Angriff auf einen Fotografen zu sehen. Mehrere Neonazis bewerfen den Journalisten mit Steinen und drängen ihn von einem Hügel.
Teile der rechtsextremen NPD lehnen die "Autonomen Nationalisten" weiterhin ab. Vor allem die von den "neuen Nazis" verwendeten englischen Begriffe, die Ähnlichkeit zur linken Szene und das nicht gesetzeskonforme Auftreten in der Öffentlichkeit der zumeist in "freien Kameradschaften" organisierten Neofaschisten scheint eine abschreckende Wirkung zu haben. In Hamburg war die Teilnahme der "Autonomen Nationalisten" an der 1.-Mai-Demonstration jedoch von der Partei durchaus erwünscht. "Die Anwesenheit eines großen nationalen schwarzen Blocks" bei dem Aufmarsch habe sich "positiv" ausgewirkt, als die Neonazis zur "Selbstverteidigung gezwungen" worden seien, schreibt die Hamburger NPD. Englische Parolen, die ebenso wie eine Vielzahl von Logos und anderen Erkennungsmerkmalen aus der antifaschistischen linken Szene leicht verändert übernommen wurden, verpacken neonazistische Inhalte in eine Form, die vor allem Jugendliche ansprechen soll. Zumeist ist von "nationalem Sozialismus" und dem Kampf gegen das kapitalistische "Scheißsystem" in Deutschland und den meisten anderen westlichen Staaten die Rede. Ein großer Teil der "Autonomen Nationalisten" stellt die rassistische Grundhaltung zurück, um sich mit Islamisten gegen die angeblichen zionistischen Weltverschwörungen zu stellen. Islamistisch regierte Länder wie der Iran, dessen Regierungschef offene antisemitische Drohungen gegenüber Israel ausspricht, werden von weiten Teilen der Szene verehrt. Siehe auch:
09.01.2006 "Dortmund ist unsere Stadt" |
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