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Rechter Rand / Rechtsextremisten / Holocaustleugner
Rückzieher und Reinemachen PDF Drucken E-Mail
redok   
29.06.2008
Köln. Über einen Monat brauchte die Gruppe "pro Köln", um einen als Star-Redner für ihren Anti-Islam-Kongress angekündigten englischen Auschwitzleugner wieder loszuwerden. Die Ankündigungen von Nick Griffin, dem Chef der "British National Party" (BNP), wurden auf den "pro-"Webseiten mit einem Großreinemachen beseitigt. Nun empört sich die rechtsradikaleTruppe über "eine bizarre Falschmeldung", die "ein juristisches Nachspiel" haben werde.

Am 8. Mai hatte redok gemeldet, dass beim "pro Köln"-Kongress im September der in England im Zusammenhang mit seiner Auschwitz-Leugnung verurteilte Griffin als Redner auftreten solle. Tatsächlich hatte "pro Köln" selbst voller Stolz auf die prominente Partnerschaft vermeldet:

Die wohl bekannteste Neuzusage aus Europa kommt derweil aus England: Nick Griffin, der Vorsitzende der patriotischen BNP, die vor kurzem trotz des für kleine Parteien sehr schwierigen Mehrheitswahlrechtes erstmals in den mächtigen Londoner Stadtrat einzog, wird als weiterer Gastredner am 20. September in Köln auftreten!

Diese Freude über derartige internationale Anerkennung der rheinischen Rechts-Truppe wurde erst nachhaltig getrübt, als immer mehr Medien über diesen anrüchigen Gast berichteten. Auch bei der eigenen Anhängerschaft machten sich Irritationen breit.

Offenbar wurde der "patriotische" Gast aus England erst Mitte Juni aus dem Programm gekippt, auf den Webseiten von "pro Köln" und angeschlossener Gruppen wurde jeder Hinweis auf Griffin penibel entfernt. Anschließend empörte sich die Gruppe über "eine bizarre Falschmeldung aus dem Internet über 'ausländische Holocaustleugner auf dem Anti-Islamkongreß'", die es "sogar in die Tagespresse" geschafft habe, aber "völlig aus der Luft gegriffen" sei. Die Behauptung werde "wieder einmal ein juristisches Nachspiel haben". Immer wieder würden "falsche Tatsachenbehauptungen in den Medien über uns verbreitet, gegen die wir uns in zeitraubenden und kostenintensiven Prozessen wehren müssen", klagte die Gruppe, nachdem sie vermeintlich alle Spuren ihres ursprünglich vorgesehenen Gastredners getilgt hatte.

Allerdings ist weiterhin der Chef des französischen "Front National" (FN) Jean-Marie Le Pen im Programm des Kongresses, der mehrfach im Zusammenhang mit der Verharmlosung des Nationalsozialismus und des Holocaust verurteilt wurde und laut eigener Aussage "an die Ungleichheit der Rassen" glaubt.