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Hessische NPD-Funktionäre wandern nach Osten ab PDF Drucken E-Mail
redok   
16.07.2008
Ehringshausen. Erneut haben Kommunalpolitiker der NPD in Hessen ihre Mandate niedergelegt und werden nach Ostdeutschland umziehen. Alfred und Doris Zutt aus Ehringshausen (Lahn-Dill-Kreis) folgen damit dem Schritt des früheren NPD-Landesvorsitzenden Marcel Wöll.

Das Ehepaar Alfred (Jahrgang 1934) und Doris Zutt (Jahrgang 1955) gehört bundesweit zu den dienstältesten NPD-Kommunalpolitikern. Schon bald nach dem Fall der Mauer 1989 zog es die beiden in den Osten, wo sie in Waren (Mecklenburg-Vorpommern) ein Ladengeschäft namens "Patriotentreff" aufmachten. Sie blieben jedoch in der hessischen Gemeinde Ehringshausen politisch aktiv, wo die NPD zeitweise Rekord-Wahlergebnisse verbuchen konnte. Bei der Kommunalwahl 1997 erhielt die rechtsextreme Partei in dem 10.000-Einwohner-Ort fast 23 Prozent der Stimmen.

Doch bei den folgenden Wahlen schrumpfte das braune Wahlergebnis stetig zusammen: zuletzt kamen die Zutts 2006 bei der Wahl zur Gemeindevertretung auf 4,9 Prozent und zwei Sitze, bei der Kreistagswahl im Lahn-Dill-Kreis mit Sitz in Wetzlar auf 2 Prozent und ebenfalls zwei Sitze. In beiden Gremien saßen die Zutts für die NPD.

Damit ist nun "nach fast zwanzigjähriger Parlamentsarbeit" Schluss, denn die beiden siedeln nun endgültig nach Mecklenburg-Vorpommern um, wie sie heute ankündigten. "Immer mehr Sinti und Kopftücher" würden in Hessen "das Straßenbild prägen", klagten die Zutts. Im Nordosten dagegen könne man noch "Deutscher unter Deutschen sein". Wenn die von den Zutts verlassenen hessischen Bürger "sich durch die Politik der Systemparteien und den Lizenzmedien zu ihrem Schaden missbrauchen lassen", müssten sie nun "die Folgen tragen", hieß es in dem Abschiedsschreiben.

Erst am Montag hatte der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Marcel Wöll sein Mandat im Kreistag des Wetteraukreises niedergelegt. Auch Wöll soll auf dem Sprung nach Osten sein; offenbar will er sich in Thüringen ansiedeln.