| Neonazis | |||
| Aufgelöste Querfront |
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| redok | |
| 23.07.2008 | |
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Altenburg/Köln. Der neonazistische "Kampfbund Deutscher Sozialisten" (KDS) hat seine Auflösung erklärt. Die Bilanz sei nach zehn Jahren Arbeit "zu dürftig" und die "die Erfolgsaussichten zu gering", um weiter "Zeit, Kraft, Arbeit und Geld" zu investieren.
Die Gruppierung hatte sich innerhalb der extremen Rechten um eine "Querfront" mit linksextremen und nationalbolschewistischen Kräften bemüht und scheute nicht vor Kontakten etwa mit Nordkorea zurück. Über Jahre hinweg praktizierte der KDS einen bizarren Kult mit SA-ähnlichen Uniformen, Dienstgraden wie "Gauleiter" oder organisations-internen Ehrenspangen und Orden. Damit handelte sich die Gruppe bisweilen auch innerhalb der extremen Rechten Spott als "Operettentruppe" ein. Dennoch handelte es sich bei den Aktivisten des KDS nicht nur um "alte Herren" der Neonazi-Szene wie etwa Thomas Brehl, den Weggenossen des Michael Kühnen. Zu den bekanntesten KDS-Kadern zählt der Kölner Axel Reitz, der in weiten Teilen der extremen Rechten hohe Anerkennung genießt. Ein weiterer einflussreicher Kader war Thomas Gerlach aus Altenburg, der als Wortführer des vor allem in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt aktiven Neonazi-Struktur "Freies Netz" gilt. Frühere KDS-Kader wechselten wie Norman Bordin (München) zur NPD oder in unabhängige Neonazi-Kleingruppen. Die Auflösung des KDS wurde gemeinsam von Brehl, Reitz und Gerlach bekannt gegeben. Es handele sich jedoch nicht um eine "Kapitulation" oder eine "Frontbegradigung", so die drei Neonazis in kriegerischer Wortwahl, sondern um einen "neuen Angriff" mit "völlig anderen strategischen Ansätzen" und "neuen taktischen Wegen". Das Ende des KDS werde "gleichzeitig der Anfang neuer Projekte" sein. Allein in Berlin soll der alte Organisationsname "als lokaler Zusammenschluß" weiter benutzt werden. Berlin ist das Terrain vom Michael Koth, dem Vorzeige-"Linken" in Rahmen der vorgeblichen Querfront-Strategie. |