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NPD / Neonazis
"Privatfeier" zur Heß-Ehrung verboten PDF Drucken E-Mail
redok   
13.08.2008
Bayreuth. Die oberfränkischen Behörden haben die für kommenden Samstag in Warmensteinach geplante Gedenkfeier zu Ehren des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß verboten. Die von Neonazis als "private Veranstaltung" angekündigte Versammlung sei als Ersatz für den seit 2004 verbotenen Gedenkmarsch in Wunsiedel geplant, sagte der Regierungspräsident von Oberfranken, Wilhelm Wenning, am heutigen Mittwoch in Bayreuth.

Das Verbot wurde vom Landratsamt Bayreuth ausgesprochen. Landrat Hermann Hübner will den Neonazis auch andere Ausweichmöglichkeiten entziehen. Durch eine sogenannte Allgemeinverfügung würden auch Veranstaltungen an anderen Orten untersagt, erklärte er.

Der Warmensteinacher Bürgermeister Andreas Voit sagte, der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger verhandele derzeit über den Kauf des Gasthauses Puchtler. Vermutlich wird Rieger gegen das Veranstaltungsverbot rechtliche Schritte einleiten.

Der blick nach rechts berichtet heute, dass sich der bekannte Münchner Neonazi Norman Bordin bereits vor Wochen als Vorhut in Warmensteinach eingemietet hat, um die Vorbereitungen für die Feier zu koordinieren. Laut dem Informationsdienst gehen Insider davon aus, dass Rieger etwa 300 Teilnehmer an der Feier eingeplant hat.

Währenddessen laufen Vorbereitungen für eine Gegendemonstration unter dem Motto "Warmensteinach ist bunt, nicht braun", die am Samstag um 14 Uhr beginnen soll. Als Redner sind bisher angekündigt der Staatssekretär im bayerischen Innenministerium Jürgen W. Heike, MdB Hartmut Koschyk (CSU), MdL Ulrike Gote (Grüne) und der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck. Die Organisatoren empfehlen aus verkehrstechnischen Gründen, über die B 303 aus Richtung Bischofsgrün oder aus Richtung Fichtelberg den Ortsteil "Fleckl" (Talstation Süd) anzufahren, von wo ein Pendelverkehr nach Warmensteinach (ca. 5 km) eingerichtet wird.