| NPD / Immobilien | |||
| Rechtsaußen nimmt Residenz in der Tierklinik |
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| redok | |||
| 21.08.2008 | |||
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Straubing. Eine neue Immobilie hat die NPD im niederbayerischen Straubing in einer früheren Tierklinik bezogen. Der Gebäudekomplex ist der NPD öffentlichkeitswirksam für 2,3 Millionen Euro zum Kauf angeboten worden. Stadt und örtliche Medien gehen von dem Versuch aus, Stadt und Anwohner unter Druck zu setzen und den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben.
Die Immobilie hat einen lädierten Ruf, denn hier hatte der Tierarzt Dr. Roland Fechter eine Tierklinik betrieben. Der Veterinär durfte seinen Beruf nach mehrfachen Verurteilungen nicht mehr ausüben. Er war unter anderem im Zusammenhang mit seiner Rolle in einem der deutschlandweit größten Schweinemast-Skandale wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu zwei Jahren Haft, einer sechsstelligen Geldstrafe und zwei Jahren Berufsverbot verurteilt worden, wie
Die Gebäude umfassen die frühere Tierklinik und ein Wohngebäude, die der Fechter-Ehefrau gehören. Zuletzt residierte hier eine Firma namens "acc GmbH". Das "All Care Center" (All-Betreuungs-Zentrum) wurde offenbar von dem in seinem Beruf verrufenen Tierarzt Roland Fechter geführt, in einem Bundesfirmenregister wird die Firma in der Branche "Inkassobüros" aufgeführt. Darüber hinaus ist an gleicher Adresse ein Veterinärgroßhandel eingetragen. Laut dem Doch diese Unternehmungen scheinen nicht sehr zu prosperieren, denn schon seit einiger Zeit soll die Immobilie verkauft werden. Vor kurzem wurde ein Anwalt eingeschaltet, der die Fechter-Ehefrau vertritt und den Verkauf voranbringen soll. Nun ist offenbar eine Kaufsumme von 2,3 Millionen Euro im Gespräch, über die angeblich mit der NPD verhandelt wird. Schätzungen gehen von einem Gebäudewert von gerade mal 10 bis 20 Prozent dieser Summe aus. Verhandlungspartner dürfte der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Sascha Roßmüller sein, der zufälligerweise in Straubing aufwuchs und im umliegenden Landkreis Straubing-Bogen lebt. Roßmüller soll die Gebäude bereits Anfang August gemietet haben - zunächst für einen Monat. Damit liefe der Mietvertrag bereits Anfang September aus, obwohl die bayerische Landtagswahl erst am 28. September stattfindet. Bei der Landtagswahl tritt Roßmüller als NPD-Spitzenkandidat im Regierungsbezirk Niederbayern an. Der 35-Jährige war 1991 Gründungsmitglied des zwei Jahre später verbotenen "Nationalen Blocks" und dient der NPD seit viellen Jahren als Funktionär. Obwohl er in Bezug auf seine politischen Überzeugungen eindeutig der radikal-nationalsozialistischen Strömumg zuzurechnen ist, hat sich Roßmüller innerhalb der NPD als loyaler Parteiarbeiter auch gegenüber der als gemäßigter wahrgenommenen Parteiführung bewähren und sich zumindest nach außen weitgehend aus Fraktionskämpfen heraushalten können. Laut Kennern der örtlichen Verhältnisse ist bei dem neuen Immobilienpoker keiner der beiden "Hauptverdächtigen" aus der NPD im Spiel, die seit Jahren für windige Geschäfte und Schein-Käufe bekannt sind: weder der Hamburger Jürgen Rieger noch der Würzburger Uwe Meenen werden mit dem Straubinger Tierklinik-Deal in Verbindung gebracht.
Hinter der repräsentativen Glasfassade der früheren Tierklinik lagert nun NPD-Wahlkampfmaterial. Befürchtet wird, dass die NPD hier auch Schulungen, Tagungen oder gar Veranstaltungen wie Skinhead-Konzerte organisieren könnte. Durchweg wird aber auch angenommen, bei dem Einzug der NPD handele es sich um einen Erpressungsversuch, um beispielsweise die Stadt dazu zu bringen, die Immobilie anzukaufen. Der Straubinger Oberbürgermeister Markus Pannermayr erklärte am Mittwoch, er werde intensiv prüfen, welche Möglichkeiten die Stadt habe, die geplante Nutzung zu verhindern. Zweite Bürgermeisterin Maria Stelzl unterstrich am Donnerstag: "Wir werden alles tun, die zu verhindern" und versicherte zugleich, dass hierbei "alle Parteien in Straubing an einem Strang ziehen werden." |
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