| Antisemitismus | |||
| Bad Nenndorf erteilt Juden Redeverbot |
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| 11.11.2008 | |
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Bad Nenndorf. Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust und im Besonderen an die Pogromnacht vor 70 Jahren haben sich im niedersächsischen Bad Nenndorf - wie in vielen anderen Städten - Menschen am Sonntag versammelt. Doch in Bad Nenndorf, wo Neonazis Jahr für Jahr aufmarschieren, sorgte der Stadtdirektor wieder einmal für einen Eklat: Er ließ die Jüdische Gemeinde nicht zu Wort kommen.
Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese rechtfertigte sein Vorgehen mit der Behauptung, er habe für alle Bürger gesprochen. In den Schaumburger Nachrichten wird Reese mit den Worten zitiert: "Am Volkstrauertag kommen schließlich auch nicht die Parteien und Vereine zu Wort." Die Jüdische Gemeinde hatte die Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal zum November-Pogrom initiiert, Veranstalter in diesem Jahr waren die Gemeinde sowie die Samtgemeinde. Auch der Sprecher des Bündnisses "Bad Nenndorf ist bunt", Dietmar Buchholz, war gekommen. In der heute veröffentlichten Rede der Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, Marina Jalowaja, heißt es: "Wir möchten der Schoah-Opfer gedenken und in einer Zeit von wieder erstarkenden rechtsextremen Parteien ein Zeichen gegen Faschismus und Antisemitismus setzen. Wir möchten das Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach halten." Des Weiteren wollte Jalowaja auf den aufkeimenden Antisemitismus hinweisen: "Bei allem Vertrauen in die demokratische und rechtsstaatliche Ordnung Deutschlands gab und gibt es jedoch immer wieder Anlass zur Sorge. Hier wie im übrigen Europa ist der Antisemitismus nach wie vor virulent." Worte wie diese passten Bürgermeister Reese anscheinend nicht, sodass er die Opfer des Holocausts nicht reden ließ. Neofaschisten marschieren jedes Jahr durch den Kurort, um der im britischen Militärgefängnis inhaftierten und gefolterten Menschen zu "gedenken". Unter den Inhaftierten im "Wincklerbad" waren vor allem SS-Offiziere sowie weitere NS-Verbrecher. Reese war bereits in die Kritik geraten, als er sich für eine Gedenktafel für die im "Wincklerbad" gefolterten Deutschen einsetzte. Die Schaumburger Nachrichten nannten das Verhalten des Stadtdirektors "instinktlos". Er würde den Rechtsradikalen in die Hände spielen. Wie jüngst ein ehemaliges Ratsmitglied aufdeckte, ist Adolf Hitler bis heute Ehrenbürger der Stadt Bad Nenndorf. |