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Holocaustleugner / Vor Gericht
Haft für Leugnung des Holocaust PDF Drucken E-Mail
redok   
03.12.2008
Springe. Zu vier Monaten Haft hat das Amtsgericht Springe (Niedersachsen) den 72jährigen Arnold Höfs wegen Volksverhetzung verurteilt. Höfs hatte etwa 100 Briefe an Behörden und Medien verschickt,  in denen er den Mord an den europäischen Juden leugnete.

Der Mann aus Springe-Bennigsen hatte den Schreiben unter anderem an das Bundesministerium der Justiz, Nachrichtenagenturen und Parteibüros selbstverfasste Artikel beigelegt, die er unter dem Pseudonym "Herbert Hoff" verfasst hatte. Laut Berichterstattung der Neue Deister-Zeitung hatte Höfs mit einem Freispruch gerechnet. In den Briefen hatte er behauptet, dass die Schilderungen des Holocausts in den USA nur für Geldsammel-Kampagnen genutzt worden seien, aber nicht den historischen Tatsachen entsprächen. Neben vier Monaten Haft bekam Höfs auch eine Geldstrafe von 1.500 Euro, zu zahlen an die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten und die Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Unter dem Tarnnamen "Herbert Hoff" hatte er im Dezember 2006 an der externer LinkHolocaustleugner-Konferenz in Teheran teilgenommen und sich mit diesem Pseudonym sogar von der internationalen Presse fotografieren lassen. Zu seinen literarischen Leistungen zählt etwa ein Bändchen "externer LinkHitlers Leistungen für das Volk, Warum das Volk ihn liebte". Im Prozess gegen den Auschwitzleugner Ernst Zündel hatte dessen Verteidiger Jürgen Rieger beantragt, einen Artikel von "Herbert Hoff" als Beweismittel zuzulassen.

Höfs amtierte als Schatzmeister des von Horst Mahler ins Leben gerufenen "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" (VRBHV), der im Mai dieses Jahres zusammen mit dem "Collegium Humanum" (CH) vom Bundesinnenminister verboten worden war. Aufgeflogen war Höfs nach einer Hausdurchsuchung im Anschluss an das CH-Verbot, bei der das Beweismaterial für die jetzige Verurteilung gefunden wurde. Im Juni 2007 hatte Höfs seiner CH-Vereinsvorsitzenden Ursula Haverbeck-Wetzel in einem Prozess vor dem Landgericht Dortmund noch als "Wahlverteidiger" beigestanden.