| Neonazis / Rechte Gewalt | |||
| Nach Mordanschlag an Polizeichef: Freude bei Neonazis |
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| redok | |
| 14.12.2008 | |
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Fürstenzell. Nach dem Mordanschlag eines Neonazis ist der Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl außer Lebensgefahr. Am Samstag hatte der Täter dem 52-jährigen Polizeichef vor dessen Privathaus ein Messer in die Brust gestochen und nur knapp das Herz verfehlt. Trotz Großfahndung in Deutschland, Österreich und Tschechien ist noch kein Tatverdächtiger gefasst worden. Im Internet bejubeln Neonazis den Mordanschlag.
Am Samstag Nachmittag hatte der Täter an Mannichls Privathaus geläutet und ihm zunächst zugerufen: "Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum." Dann hatte er den Polizeichef niedergestochen. Der Stich mit der zwölf Zentimeter langen Klinge traf den Polizisten nur zwei Zentimeter unterhalb des Herzens. Nach einer Notoperation war Mannichl am Sonntag außer Lebensgefahr. Nach der Tat war der Messerstecher weggelaufen und hatte das Messer in den Vorgarten geworfen. Trotz seiner schweren Verletzung konnte Mannichl noch wahrnehmen, dass der Täter in ein Auto sprang, das mit laufendem Motor der Nähe stand. Möglicherweise wartete dort ein Komplize. Der Polizeidirektor beschrieb den Täter als kahlköpfig oder äußerst kurzhaarig, etwa 1,90 Meter groß und von kräftiger Statur. Am Hals habe er einen Leberfleck oder eine Tätowierung. Er soll bayerischen Dialekt mit eventuell österreichischer Einfärbung sprechen. Trotz der umgehend eingeleiteten Fahndung wurde bislang kein Tatverdächtiger gefasst. Auch die Polizeibehörden in Österreich und Tschechien lösten Fahndungsmaßnahmen aus. Offenbar wurde eine Reihe von polizeibekannten Neonazis in Bayern und Oberösterreich von Ermittlern aufgesucht. Dem Polizeichef war der Attentäter nicht bekannt, daher wird angenommen, dass er nicht aus der näheren Region kommt. Mannichl "kennt alle aus dem braunen Sumpf hier", sagte eine Fürstenzellerin gegenüber Spiegel online. Von den Behörden wird die Tat als versuchter Mord verfolgt, eine 20-köpfige Sonderkommission wurde gebildet. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer völlig neuen Dimension der Gewalt von Rechts. Auch erfahrene Polizisten äußerten, in Jahrzehnten hätten sie bisher so nicht erlebt, dass ein Polizist im Privatbereich mörderisch angegriffen werde. Herrmann sprach von einer "Eskalation der Gewalt" und wollte auch einen neuen Anlauf zu einem NPD-Verbot nicht ausschließen. Im Bereich Passau meldet das bayerische Innenministerium einen starken Anstieg rechtsextremer Straftaten, die sich mehr als verdoppelt haben. 2007 seien insgesamt 40 Delikte verzeichnet worden, im laufenden Jahr 2008 seien bereits 83 Straftaten bekannt. Unverblümte Freude bei Neonazis über Mordanschlag
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