| NPD | |||
| NPD-Chef soll gestürzt werden |
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| redok | |
| 27.12.2008 | |
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Hamburg. Der NPD-Chef Udo Voigt soll beim kommenden Sonderparteitag als Parteivorsitzender gestürzt und durch Andreas Molau abgelöst werden, berichtet der Spiegel in einer Vorabmeldung. Darauf hätten sich wichtige Akteure der Partei geeinigt.
Der NPD-Generalsekretär Peter Marx bestätigte dem Magazin: "Die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, Holger Apfel und Udo Pastörs, haben sich darauf geeinigt, Andreas Molau als Kandidaten für das Amt des Parteivorsitzenden vorzuschlagen". Entsprechende Anträge der beiden Landesverbände für den im März geplanten Parteitag sollen folgen. Der seit gut zwölf Jahren amtierende Parteichef Udo Voigt wurde im Vorfeld der Entscheidung offenbar nicht kontaktiert, heißt es in der Spiegel-Meldung. Auch NPD-Bundessprecher Klaus Beier war über die Initiative der beiden Landespolitiker nicht im Bilde, kündigte aber an, Voigt werde "auf alle Fälle wieder für das Amt des Vorsitzenden kandidieren". Voigt war vor allem durch die Kemna-Affäre innerparteilich erheblich geschwächt worden. Der frühere NPD-Schatzmeister Erwin Kemna, ein enger Vertrauter Voigts, hatte mindestens 627.000 Euro aus Parteikassen für eigene private Zwecke ausgegeben und ist bereits in einem ersten Verfahren zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Kemna läuft derzeit noch. Seit Monaten wird über einen Nachfolger Vogts spekuliert. Bislang galten Apfel und Pastörs als die aussichtsreichsten Kandidaten, mit der Einigung dieser beiden auf Molau dürfte die Ablösung Voigts näher gerückt sein. Der Sonderparteitag soll Ende März 2009 stattfinden. Molau gilt als einer der wenigen "Intellektuellen" in den Reihen der NPD. Der frühere Waldorf-Lehrer rückte vor allem durch seinen Versuch in die öffentliche Aufmerksamkeit, im brandenburgischen Rauen ein Landgut zu kaufen. Über einen gewissen Rückhalt auch außerhalb der NPD verfügt er als Vorsitzender der "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP), die vom Verfassungsschutz als "größte rechtsextremistische Kulturvereinigung" bezeichnet wird. Darüber hinaus gehört Molau dem Vorstand der zwielichtigen "Kontinent Europa Stiftung" an, die von dem schwedischen Millionär Patrik Brinkmann geleitet wird. Brinkmann hatte vor eineinhalb Jahren in Berlin-Zehlendorf eine Villa für über 3 Millionen Euro gekauft und wurde von der NPD als "unser Freund" und "unser Gönner" hofiert.
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