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Neonazis / NPD / Antisemitismus
Ex-"Gauleiter" will Landrat werden PDF Drucken E-Mail
redok   
06.01.2009
Köln. Der Kölner Neonazi Axel Reitz tritt bei den Kommunalwahlen 2009 als Landratskandidat für die NPD im Rhein-Erft-Kreis an. Reitz war wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Die Kandidatur ist durch eine Mitteilung der NPD im benachbarten Kreis Düren bekannt geworden. Reitz gilt innerhalb der partei-unabhängigen Neonazi-Szene als einer der schärfsten NPD-Kritiker. Zuletzt war er am vergangenen Samstag als Redner bei einer Demonstration in Passau aufgetreten, wo er sich über "Minusmenschen" und "Marionetten des Systems" ausließ. In Richtung des durch einen Messer-Anschlag verletzten Passauer Polizeichef Mannichl und des Passauer Oberbürgermeisters Dupper hatte er gesagt: "Wir werden Elementen wie Mannichl und Dupper durch unsere scharfen Federn und unsere spitzen Zungen Stiche versetzen, von denen sie sich nicht mehr erholen werden."

Reitz war führender Funktionär des mittlerweile aufgelösten "Kampfbund Deutscher Sozialisten " (KDS) und firmierte dort als "Gauleiter" im Rheinland. Im Mai 2006 war er endgültig zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Die Haftstrafe beruhte vor allem auf einer antisemitischen Hetzrede bei einer Neonazi-Demonstration gegen den Bau einer Synagoge in Bochum im Juni 2004. Er war im April 2008 wegen "guter Führung" etwa ein Jahr vor der Verbüßung der vollen Strafe aus der Haft entlassen worden. Früher schon war der bekennende Hitler-Fan Reitz mit der Androhung gegenüber politischen Gegnern bekannt geworden, diese würden "eines Tages auf den Marktplatz gestellt und erschossen".

Ebenfalls wegen einer volksverhetzenden Rede bei dieser Demonstration war bereits der jetzige NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Cremer war seinerzeit bei der Landes-NPD für die Zusammenarbeit mit den "freien Kameradschaften" zuständig und gilt als Förderer der Kooperation mit den partei-unabhängigen Neonazigruppen.