| Rechtsextremisten | |||
| Führungswechsel bei der DVU |
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| redok | |
| 11.01.2009 | |
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Magdeburg. Die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU) hat bei ihrem Parteitag den Hamburger Matthias Faust als neuen Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Parteichef und Finanzier Gerhard Frey (München) trat nicht mehr zur Wahl an.
Der Führungswechsel war von Kennern der Szene bereits Stellvertretende Vorsitzende wurden der Rechtsanwalt Ingmar Knop, Dr. Thomas Mehnert und Hans Weidenbach. Ebenfalls gewählt wurde auf dem bei Magdeburg stattfindenden Parteitag die DVU-Wahlliste zur Europawahl im Juni: an der Spitze der Liste wird Liane Hesselbarth antreten, gefolgt von Bruno Wetzel, Sigmar-Peter Schuldt, Matthias Faust, Ingmar Knop, Max Branghofer und weiteren Bewerbern. Der neue Vorsitzende Matthias Faust (37) kann auf eine bewegte Parteien-Karriere zurückblicken: zunächst bei der CDU, wechselte er zu den "Republikanern" und schließlich Ende 2006 zur NPD. Dort gehörte er zu den Unterstützern der kurzzeitigen Hamburger Landesvorsitzenden Anja Zysk, die Anfang 2007 aus der Partei verjagt und durch Jürgen Rieger als Landesvorsitzendem ersetzt wurde. Gegen Faust wurde in der NPD ebenso wie gegen Zysk ein Partei-Ausschlussverfahren eingeleitet. Gute Beziehungen hat Faust zu dem Hamburger partei-unabhängigen Neonazi Christian Worch, abgelehnt wird Faust dagegen von anderen Neonazis um das "Aktionsbüro Nord", die wiederum mit Jürgen Rieger sympathisieren. Erst im Frühjahr 2007 in die DVU eingetreten, konnte Faust schon im Februar 2008 als Spitzenkandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl antreten. Dabei hatte er mit einem Wahlkampf überrascht, der für die Verhältnisse der als altväterlich und verschnarcht verrufenen DVU modern wirkte. Trotz seines Wechsels zur DVU hatte er offenbar gute Kontakte zur NPD zumindest außerhalb Hamburgs behalten. Im Mai 2008 trat er beim NPD-Bundesparteitag in Bamberg erstmals als DVU-Bundesorganisationsleiter auf und trug der NPD im Auftrag von Frey das Grußwort der DVU vor. Dabei hatte er signalisiert, dass die DVU - abweichend von den früher getroffenen Vereinbarungen im Rahmen des "Deutschlandpaktes" zwischen den beiden Parteien - der NPD das Feld für die Landtagswahl in Thüringen (im August 2009) überlassen könne. Auch beim Sommerfest der sächsischen NPD-Landtagsfraktion im Juli 2008 war Faust ein gern gesehener Gast und forderte eine enge Zusammenarbeit. Der Verzicht auf den Landtags-Wahlantritt in Thüringen hatte allerdings bei den wenigen DVU-Funktionären im Land Protest hervorgerufen: Der dortige Landesvorsitzende Wolfgang Beck kündigte an, er und weitere Mitglieder würden von ihren Ämtern zurücktreten, was "mit Sicherheit das Aus der DVU in Thüringen bedeutet". Die Webseiten des thüringischen DVU-Landesverbandes sind offenbar bereits von der Parteispitze stillgelegt worden, ebenso die Seiten des niedersächsischen Landesverbandes. Die Internetdomains dieser Landesverbände gehören Gerhard Frey, als ihr technischer Administrator ist Matthias Faust registriert. Die DVU war über Jahre hinweg die mitgliederstärkste rechtsextreme Partei, musste allerdings vor zwei Jahren diese "Spitzenstellung" an die NPD abgeben. Ob die Verjüngung an der Spitze den Niedergang der Partei aufhalten kann, darf bezweifelt werden. Sicher scheint jedoch, dass unter einem Parteichef Matthias Faust die Zusammenarbeit mit der NPD verstärkt werden wird, insbesondere wenn die NPD in Kürze den unlängst zum Kandidaten gekürten Andreas Molau als Vorsitzenden bestimmt. |