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Rechtsextremisten / AhmadineDschihad
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redok   
13.01.2009
Der Abstand zwischen Islamisten und deutschen Rechtsextremisten nimmt ab: Der Redakteur einer stramm rechten "Militärzeitschrift" war auf Freundschaftsbesuch bei der Hisbollah, der Muslim-Markt freut sich über die propagandistische Hilfestellung.

Manuel Ochsenreiter ist gelungen, wovon viele deutsche Rechtsextremisten träumen. Der Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift (DMZ) durfte auf dem Wrack eines "zerstörten israelischen T-55-Panzers" in die Kamera lächeln, während neben ihm die Hisbollah-Fahne im Wind wehte.

Der DMZ-Redakteur gehörte einst zum redaktionellen Stamm der neurechten Jungen Freiheit, bevor er Ende 2004 als Chef zur DMZ wechselte. Das Blatt hatte kurz vor dem Aus gestanden, doch der rechtsextreme Verleger Dietmar Munier (u.a. Arndt-Verlag) hatte einen rettenden Schirm auf- und Ochsenreiter eingespannt. Nach Auffassung der Bundesregierung ist die Zeitschrift mit Redaktionsadresse in Berchtesgaden "dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen".

Zwar bediente Ochsenreiter, "Alter Herr" einer schlagenden Verbindung, weiterhin die gewohnte Klientel, so etwa 2006 mit einer Sonderausgabe "Die Waffen-SS", die er als "Ausnahmetruppe" anpries und die "beim ehemaligen Gegner geachtet und bewundert" werde. Doch er entwickelte auch neue Themen und neue Kontakte. Im Mai 2005 stand er dem Muslim-Markt für ein Interview zur Verfügung und hob Gemeinsamkeiten zwischen Rechten und Muslimen hervor. Jetzt konnte sich der Muslim-Markt für die warmen Worte revanchieren: per Email verteilten die Betreiber des Portals heute einen Auszug aus der Zeitschrift an ihre Kundschaft, "mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Militärzeitschrift".

Auf sechs Seiten betreibt Ochsenreiter darin Sympathiewerbung für die schiitische Hisbollah-Miliz. Als Terrorgruppe wird diese von den USA angesehen, doch das soll laut Ochsenreiter "eher mit der Anti-Iran-Politik Washingtons zusammenhängen als mit einer tatsächlichen terroristischen Bedrohung". Die Exkursion in den Südlibanon führt den deutschen Rechten auch in ein "Kriegsmuseum" der Hisbollah, das Ochsenreiter mit offensichtlicher Begeisterung beschreibt: "Die Hisbollah errichtete hier eine Multimedia- Schau, die ihresgleichen sucht." Dabei darf selbst im Bodenbelag Symbolisches nicht zu kurz kommen: "Mit jedem Schritt tritt man auf die Abzeichen im Libanon eingesetzter israelischer Armeeeinheiten, die auf den Erdboden gemalt sind." Dann darf der DMZ-Chefredakteur auf dem Wrack eines israelischen Panzers neben der Hisbollah-Fahne für ein Foto posieren.

Später überkommen den DMZ-Redakteur (Jahrgang 1976) bei einer Rundfahrt Erinnerungen "an deutsche Städte, die während des Zweiten Weltkrieges von den Feuerwalzen des alliierten Bombenterrors heimgesucht wurden", während kurze Zeit später die verflossene DDR als Synonym des Bösen für den Vergleich mit Israel herhalten muss: "Die Grenze erinnert an die innerdeutsche Grenze zu Zeiten des Kalten Krieges. Hohe Zäune, Wachtürme und Militärbasen sind auf der israelischen Seite der Grenze zu sehen." Die deutsch-islamistische Verbrüderung will Ochsenreiter offenbar mit vergleichbaren Schicksalen herbeischreiben. In ähnlicher Form hatte er auch schon in einem Buch ("Staatsmord in Bagdad") den Prozess gegen den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein als dem Nürnberger Prozess gegen die NS-Kriegsverbrecher ähnlich beschrieben.

Zum Einsatz der Bundesmarine vor der libanesischen Küste, mit dem eigentlich Waffenlieferungen an die Hisbollah unterbunden werden sollen, lässt Ochsenreiter schließlich einen Gewährsmann zu Wort kommen, der ihm wohl wunschgemäß bescheinigt, diese "Symbolpolitik für Israel" müsse die Bundesregierung betreiben, weil "Ihr in den wichtigen politischen Fragen genauso nach Washingtons Pfeife tanzt, wie alle anderen Regierungen auch".

Dass der Muslim-Markt diese freundliche Gabe der Deutschen Militärzeitschrift auch auf derzeitigen "Friedensdemonstrationen" verteilen lässt, darf bezweifelt werden.