| NPD | |||
| Lagerbildung im Streit um NPD-Vorsitz |
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| redok | |
| 02.02.2009 | |
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Im Streit um den künftigen Vorsitzenden der rechtsextremen NPD haben weitere Parteiverbände ihre Unterstützung für einen der beiden Kontrahenten erklärt. Der Ausgang des Kampfes zwischen dem derzeitigen Chef Udo Voigt und seinem Herausforderer Andreas Molau bleibt weiter offen.
Vor gut einem Monat hatten die Fraktionsvorsitzenden der NPD-Landtagsfraktionen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie NPD-Generalsekretär Peter Marx den Niedersachsen Andreas Molau als Kandidaten für den Parteivorsitz benannt. Getragen wurde die Molau-Kandidatur auch vom stellvertretenden Parteivorsitzenden Sascha Roßmüller, der damit die Unterstützung des mitgliederstarken bayerischen Landesverbandes signalisierte. Erst gut zwei Wochen später begannen die innerparteilichen Molau-Gegner, sich zu formieren. Mit einem brachialen Ausbruch nahm der frühere Berliner Landesvorsitzende und derzeitige Partei-Bundesgeschäftsführer Eckart Bräuniger den Herausforderer unter Beschuss und bezog Position für den Amtsinhaber Udo Voigt. Ebenfalls für Voigt sprachen sich später die Landesvorstände in Nordrhein-Westfalen und Thüringen aus. Als neutral präsentierte sich die NPD in Sachsen-Anhalt, die beide Kandidaten in Parteiveranstaltungen "Stellung beziehen" lassen wollte. Vertreter einzelner örtlicher Verbände griffen gleichwohl die "rechtsliberalen Spalter und Heuchler" um Molau heftig an, so etwa die Vorsitzende des Kreisverbandes Mansfeld-Südharz, Judith Rothe. Kaum Hilfe bekommt Molau von seinem heimischen Landesverband Niedersachsen, in dem er immerhin stellvertretender Landesvorsitzender ist. In einer Erklärung vermied der Landesvorstand, Molaus Kandidatur überhaupt zu erwähnen, und rügte stattdessen "den Stil" der Gegenkandidatur zu Voigt, die "erheblichen Anlaß zur Sorge" gebe. Wenig Freunde wird Molau auch in Schleswig-Holstein finden, wo gerade erst der radikale Neonazi Thomas Wulff auf Platz drei der NPD-Landesliste zur Bundestagswahl gewählt wurde. Wulff hatte erst vor kurzem der NPD "auf Bundesebene" im Namen von "freien Nationalisten" die Zusammenarbeit aufgekündigt. Nun greift er erneut die "Systemlinge" in der Parteiführung an, die beispielsweise wie Molau seinen Parteiausschluss gefordert hätten. Bedeckt gehalten hatte sich bisher der Landesverband im Saarland unter Frank Franz. Nachdem ein angeblicher Vertreter der NPD-Stadtratsfraktion Völklingen eine Stellungnahme zugunsten von Voigt abgegeben hatte, brach Franz jedoch das Schweigen. Auf einem Landesparteitag am 24. Januar hätten die Delegierten einstimmig die Unterstützung von Molau beschlossen, teilte Franz nun mit. Auch wenn solche Erklärungen von Landesvorständen nicht bedeuten, dass die jeweiligen Landesverbände deren Position flächendeckend teilen, haben sich damit zwei Lager in der NPD formiert. Doch der Ausgang dieser Auseinandersetzung zwischen Voigt und Molau bleibt völlig offen. Voraussetzung für eine Vorsitzenden-Wahl ist, dass der für März geplante Sonderparteitag überhaupt zustandekommt. Bislang hat die Partei offenbar noch keinen Tagungssaal für den Kongress gefunden. |