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Rechtsextremisten
Mit Sabotage gegen "Meinungszensur" PDF Drucken E-Mail
redok   
19.02.2009
Neue Aufgaben stellen sich dem verhinderten NPD-Vorsitzenden Andreas Molau im Herbst. Die von ihm geleitete "Gesellschaft für freie Publizistik" will den Kinostart eines Hollywood-Films "mit allen Mitteln und auf allen Ebenen" sabotieren.

Nachdem in der NPD offenbar ein Mehrfronten-Krieg um den Parteivorsitz ausgebrochen ist und Andreas Molau schon vorzeitig auf der Strecke blieb, bleiben dem früheren Waldorf-Lehrer allerdings noch parteiferne rechtsextreme Organisationen, in denen er ungestört wirken darf. Dazu zählen neben der "Kontinent Europa Stiftung " auch die "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP), bei der er sogar als Vorsitzender amtiert.

Dem Verfassungsschutz gilt die GfP als "größte rechtsextremistische Kulturvereinigung", Vorsitzender Molau sieht ihre Aufgabe dagegen in der "Durchsetzung der Meinungsfreiheit". Der NPD-Mann klagt: "Es ist eine Beleidigung der europäischen Kultur, wenn statt Aufklärung Meinungszensur und Tabus herrschen."

Bei ihren Bemühungen um "Aufklärung" hat die GfP nun eine neue Aufgabe entdeckt. Aus offenbar gut unterrichteten Kreisen wurde der GfP zugetragen, dass am 20. August 2009 in den deutschen Kinos ein neuer Film des US-Regisseurs Quentin Tarantino starten soll, bei dem der Hollywood-Star Brad Pitt die Hauptrolle spielt. "Inglorious Basterds" soll der Streifen heißen, der - wenn man bisherigen Veröffentlichungen trauen darf - dem Zuschauer ein wahres "Schlachtfest" präsentieren soll, in dem Hunderte Personen auf möglichst spektakuläre und blutspritzende Weise ums Leben gebracht werden. Für Kenner des Regisseurs und seiner Filme also keine ungewöhnliche Kino-Unterhaltung, doch hat Tarantino bei diesem Film nicht etwa Vampire oder Gangster als Schlachtopfer in Szene gesetzt, sondern Nazis.

"Inglorious Basterds" spielt während des 2. Weltkrieges und stellt eine Gruppe von US-Soldaten dar, die aus Sträflingen besteht und deren Aufgabe es ist, im besetzten Frankreich als Zivilisten getarnt möglichst viele Nazis auf möglichst farbige und außergewöhnliche Art abzumurksen. Tarantino beschrieb sein Projekt, das unter anderem in den Babelsberger Filmstudios, in Berlin und Görlitz gedreht wurde, als "Spaghetti-Western". "Wir werden grausam zu den Nazis sein", sagt der Befehlshaber der Schlachte-Truppe seinen acht Männern, von denen er jeweils "einhundert Nazi-Skalps" will.

Dagegen will nun Molaus GfP zu Felde ziehen, die durch diesen Film des "perversen 'Regisseur' Quentin Tarantino" mit "seiner kranken Perversion" offenbar aufs Äußerste gekränkt ist. Straferschwerend kommt offenbar hinzu, dass die acht Männer allesamt jüdische Amerikaner sind, die auf der Leinwand auf Nazis losgelassen werden.

"Jeder Deutsche ist aufgefordert, diese primitive Hetze zu stoppen", heißt es nun bei der GfP im Kampf gegen "Meinungszensur und Tabus". Man werde "nicht tatenlos zusehen, wenn angloamerikanische und/oder perverse Schauspieler, Filmproduzenten und Regisseure unser Volk und deren Soldaten, die tapfer gekämpft haben, verhetzen und die Gehirne dieser Brot und Spiele Gesellschaft weiterhin vernebeln".

Genauere taktische Einsatz-Anweisungen wurden bei der Molau-GfP noch nicht herausgegeben, doch die strategische Leitlinie im Kampf gegen das Böse von der "Ostküste" ist eindeutig: "Der Kinostart am 20.08.2009 sollte mit allen Mitteln und auf allen Ebenen sabotiert werden!"
Wie sprach der Vorsitzende Andreas Molau: "Ein Mitglied oder Unterstützer der GfP setzt sich für eine freie Meinungskultur ein."