| NPD / Rechte Gewalt / Braune Waren | |||
| Schlagstock-Dealer: Naziladen mit Steuergeldern betrieben? |
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| redok | |
| 04.03.2009 | |
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Schwerin. Der NPD-Landtagsabgeordnete Birger Lüssow soll mit Hilfe von Mitteln für sein Wahlkreisbüro einen Internet-Versandhandel betreiben, über den er unter anderem Schlagstöcke, Pfefferspray und Kevlar-verstärkte Schutzhandschuhe verkauft. Nach einem Bericht des NDR könnte Lüssows gewerbliche Aktivität finanzielle Konsequenzen für die NPD-Fraktion haben. Fraktionssprecher Andreas Molau wies die Vorwürfe zurück.
Lüssow hat in Rostock seit dem September 2007 ein Bürgerbüro im gleichen Gebäude eingerichtet, in dem der umstrittene Neonazi-Laden "East Coast Corner" (ECC) betrieben wurde. Nachdem die Hamburger ECC-Inhaber Torben Klebe und Thorsten de Vries ihren Laden geschlossen hatten, übergaben sie das Geschäft an Birger Lüssow, der es dort ab dem Juni 2008 unter der Bezeichnung "Dickkoepp" führte. Nach einem Bericht des NDR-Nordmagazins vom heutigen Mittwoch sind die Adresse und Faxnummer des von Lüssow betriebenen Internetladens identisch mit denen des Bürgerbüros des Landtagsabgeordneten. In seinem Versand verkaufe er unter anderem auch Schlagstöcke, Pfefferspray und Kevlar-verstärkte Schutzhandschuhe. Demnach würde Lüssow steuerfinanzierte Mittel verwenden, um sein Geschäft für Neonazi-Bedarf zu betreiben. Für Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider seien das Hinweise für eine Zweckentfremdung von Mitteln für Wahlkreisbüros, so die Agentur ddp. Solle sich dies bewahrheiten, werde das für die NPD-Fraktion finanzielle Konsequenzen haben, kündigte Bretschneider im Nordmagazin an. Den Vorwurf der Zweckentfremdung von Mitteln wies die NPD-Landtagsfraktion zurück. Mit der Abgeordnetenpauschale könne jeder Parlamentarier machen, was er wolle, sagte Fraktionssprecher Andreas Molau dem Nordmagazin. Überarbeitung vom 04.03.2009, 20:00 Uhr:Aus einer früheren Fassung dieses Artikels wurde ein wörtliches Zitat von Andreas Molau entfernt. Laut der ursprünglich über ddp verbreiteten Meldung des Nordmagazin hatte Molau gesagt, die fraglichen Mittel könne "jeder Abgeordnete versaufen", wenn er wolle. Dieses Zitat wurde von der NPD-Fraktion bestritten und vom Nordmagazin zurückgezogen. |