| Rechtsextremisten / Antisemitismus / Holocaustleugner | |||
| Neues aus dem Prignitzer Spukschloss |
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| inforiot | |||||
| 07.03.2009 | |||||
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Prignitz. Beim "Fürstentum Germania" sind weitere Belege für den Antisemitismus der Betreiber aufgetaucht. Mittlerweile häufen sich die kritischen Stimmen.
Für welche Ideologien die tragenden Personen im so genannten "Fürstentum Germania" einstehen, tritt immer deutlicher zu Tage. Wie bereits berichtet, wurde in der Prignitzer Ortschaft Krampfer am 15. Februar ein "Kirchenstaat" gegründet, der den Namen "Fürstentum Germania" trägt. Real handelt es sich um ein verfallenes Schloss, dass zum Jahresanfang eigens für die "Staatsgründung" erworben wurde, und von einer Hand voll Personen bewohnt wird. Getragen wird der braune Spuk im Schloss allerdings von einem bundesweit aktiven Unterstützungskreis. Rund 100 Personen beim "Planungstreffen" des "Fürstentum"
Zu einem "Planungstreffen" im "Fürstentum" am vergangenen Wochenende reisten insgesamt rund 100 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Dort wurde nicht nur an der "Verfassung" des "Staates" gefeilt.
Fazit der MAZ-Reporterin: Schien das "Fürstentum" zunächst nur als ein etwas versponnenes Esoterik-Projekt, sei nun deutlich geworden, dass es "Reichsbürger" und Holocaust-Leugnung
Inzwischen gibt es einige Ergänzungen zu den – unter anderem vom
Kritische Infoveranstaltung am kommenden Dienstag
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| Kastius (1.v.l.) und Conrad (mit Mikro) bei einer Kundgebung der "Reichsbürger" 2007 in Berlin |
Gabriele Schlamann vom Neuruppiner Büro des "Mobilen Beratungsteam" betonte gegenüber Inforiot, dass man "das Fürstentum nicht auf einen Aspekt beschränken kann." Gleichwohl handele sich um eine "Gemengelage von Alternativen, braunen Esoterikern und Holocaustleugnern bis hin zu Leuten, die Verbindungen zu ‚kommissarischen Reichsregierungen‘ haben." Unter anderem bei der Veranstaltung am kommenden Dienstag in Krampfer wolle sich das MBT "darauf konzentrieren, den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, sich ein angemessenes Bild der Lage zu machen und die Wirkung des ‚Fürstentum‘ auf das Gemeinwesen zu diskutieren".
Thomas Gandow, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche in der Region, hat seine ursprüngliche Einschätzung des "Fürstentums" inzwischen revidiert. In einer ersten Stellungnahme hatte er davon gesprochen, dass er eher links angehauchte Anarchisten am Werke sehe. Auf Nachfrage von Inforiot äußerte sich Gandow nun folgendermaßen: "Es war ein Fehler von mir, dem ‚Fürstentum‘ einen Persilschein auszustellen. Ich bedaure das. Beim ‚Fürstentum‘ handelt sich um einen gefährlichen Verein, der genau wegen seiner ‚alternativen‘ und karnevalsartigen Tarnung zu leicht genommen wird. Genau dies ist mir auch erst passiert. In der Prignitz besteht die Gefahr, dass dort für Rechtsextreme und braune Esoterik eine ‚befreite Zone‘ entstehen könnte." Die Rede von einem "Kirchenstaat" sei, so Gandow weiter, nicht angemessen – das "Fürstentum" verfolge keine religiösen Ziele.
Eine Mischung aus Antisemitismus, Verschwörungstheorien und anderen rechtsextremen Positionen dominiert im "Fürstentum". Das Unwohlsein vieler Menschen in der Region gegenüber ihren neuen NachbarInnen ist also mehr als berechtigt. Die in einem esoterischen Jargon verkündete "Offenheit" mancher Fürstentum-AnhängerInnen scheint vor diesem Hintergrund nicht viel mehr als Beiwerk zu diesen Inhalten zu sein.
Dieser Artikel erschien zunächst bei
inforiot. Die Veröffentlichung bei redok erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.