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Rechtsextremisten
Nachwuchs-Revanchisten PDF Drucken E-Mail
Anton Maegerle   
20.03.2009
Regensburg. Der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) verweigerte am 7. März einer Gedenkveranstaltung der Sudetendeutschen Landsmannschaft das Grußwort. Grund: die Sudetendeutschen wollten sich nicht vom teilnehmenden rechtsextremen "Witikobund" distanzieren.

Stellvertretender Kreisvorsitzender des "Witikobundes" in Regensburg und zugleich NPD-Kreisvorsitzender ist Willi Wiener (Jg. 1972), vormals "Organisationsleiter" der "Kameradschaft Asgard Ratisbona". Seit November 2008 hat Wiener auch das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der "Jungen Witikonen", der Jugendorganisation des "Witikobundes", inne.

Auf ihrer "1. Deutschlandpolitischen Akademie" im niedersächsischen Bad Lauterberg wählten die Nachwuchs-Revanchisten erstmals einen Bundesvorstand. Die Tagung fand unter dem Motto "Werte und Tugenden für ein zukünftiges Deutschland" unter der Mitwirkung der "Schlesischen Jugend" statt. Geworben wurde für die "Deutschlandpolitische Akademie" in den Postillen Junge Freiheit und Nation & Europa.

Eigenbekunden zufolge verstehen sich die "Jungen Witikonen" als "Speerspitze der Jugendarbeit in Vertriebenenverbänden". Bekräftigt wurde auf der Tagung die "Cannstatter Erklärung", in der beide Jugendorganisationen im Juni 2008 eine "enge und intensive" Zusammenarbeit vereinbart haben. Dem sogenannten "Bündnis für Heimat" haben sich zwischenzeitlich die "Karpatendeutsche Jugend", die "Jungen Deutschen aus Russland" und die "Oberschlesische Jugend" angeschlossen.

Als Bundesvorsitzender der "Jungen Witikonen" wurde Marco Reese, Student in Jena, gewählt. Reese, vormals Vorsitzender der Celler Schülerunion, bewegt sich im Umfeld des neurechten "Instituts für Staatspolitik". Neben Wiener steht ihm der Braunschweiger Pädagoge Gernod Kresse als stellvertretender Bundesvorsitzender zur Seite. Kresse ist zugleich Bundesvorsitzender der "Schlesischen Jugend" und war einst Funktionär der niedersächsischen "Jungen Nationaldemokraten". Schriftführer wurde der Neuheide Franz Schmid (alias "Freki"), Versicherungsmakler aus dem schwäbischen Donzdorf. Schmid war einst Ansprechpartner des "Freundeskreises Ein Herz für Deutschland im >Delegierten-Convent Europäischer Corporationen<". Das Amt des Bundesschatzmeisters hat der 19-jährige Christian Elser aus Besigheim inne. Elser, vormals Landesjugendbeauftragter der Deutschen Partei in Baden-Württemberg, war später Pressesprecher der "Allianz DIE DEUTSCHEN".