| Neonazis | |||
| Vermummt für die HDJ |
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| redok | |
| 04.04.2009 | |
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Arnstadt. Eine Informationsveranstaltung über die gerade erst verbotene "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ) konnte am Freitag im thüringischen Arnstadt nur unter Polizeischutz stattfinden. Erst nach zwei Stunden hatte die Polizei genügend Kräfte zusammengezogen, um das Hausrecht der Veranstalter durchzusetzen.
Bei der Veranstaltung in der Arnstädter Musikschule wollte die Journalistin Andrea Röpke unter dem Titel "Ferien im Führerbunker" über die neonazistische Kindererziehung der HDJ informieren, die am vergangenen Dienstag Die Veranstalter hatten in der Ankündigung mit einem entsprechenden Satz das rechtsextreme Spektrum von der Veranstaltung ausgeschlossen. Obwohl die Rechtsextremen gemäß dieser Beschränkung an der Tür abgewiesen werden sollten, ignorierten sie diese Abweisung. Sie drängten in den Veranstaltungsraum und begingen damit Hausfriedensbruch. Die Polizei wurde umgehend verständigt, konnte aber erst nach zwei Stunden genügend Kräfte zusammenziehen, um das Hausrecht der Veranstalter durchzusetzen. Die Beamten stellten die Personalien von 35 Störern fest und sprachen Platzverweise aus. Laut der Polizei waren es "amtsbekannte Angehörige der rechten Szene aus dem Ilm-Kreis", zudem seien Rechtsextremisten aus Suhl, Jena und Eisenach angereist. Gegen alle sei Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet worden, drei Personen wurden zeitweilig in Gewahrsam genommen. Einem Mann sei ein Schlagring abgenommen worden, er müsse sich nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Unter den Rechtsextremen waren laut Mobit sowohl Vertreter der in dieser Woche verbotenen HDJ wie auch Mitglieder der NPD, subkulturelle Neonazis sowie Autonome Nationalisten der Region. Nach Kenntnis der Mobit-Experten hatten schon früher zu den Akteuren der HDJ auch Funktionäre der Thüringer NPD gehört: unter anderen Danny Pfotenhauer, der im Wartburgkreis im Vorstand der Partei sitzt und auf der NPD-Liste für den Eisenacher Stadtrat kandidiert. Laut dem Thüringer Verfassungsschutz hatte die HDJ als Kontaktadresse der "Einheit Thüringen" ein Postfach in Arnstadt benutzt. Die Info-Veranstaltung in Arnstadt konnte mit gut zweistündiger Verspätung durchgeführt werden. |