| Neonazis / Rechte Gewalt / Vor Gericht | |||
| Drei Monate Haft für Münchner Neonazi |
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| redok | |||
| 15.04.2009 | |||
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München/Passau. Zu drei Monaten Haft ohne Bewährung hat das Jugendgericht den Münchner Neonazi Philipp Hasselbach verurteilt. Er hatte während der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse das Kameraobjektiv eines Journalisten zertrampelt, der zuvor von anderen Rechtsextremen zu Boden geprügelt worden war.
Beim Begräbnis von Busse am 29. Juli 2008 war eine Gruppe von etwa 30 Neonazis mit Schlägen und Tritten auf den 35-jährigen Reporter losgegangen. Dem Journalisten Robert Andreasch wurde die Kamera entrissen, er wurde erheblich verletzt und erlitt unter anderem mehrere Rippenbrüche. Erst mit dem Einsatz von Pfefferspray konnten Polizisten den Angegriffenen aus der Gefahr retten, noch schlimmer zugerichtet zu werden.
Der zur Tatzeit 20 Jahre alte Anführer der Münchner "Freien Nationalisten", Philipp Hasselbach, hatte nach Erkenntnis des Münchner Jugendgerichts das Kameraobjektiv des Journalisten zertreten. Dafür wurde der vom Dortmunder Szene-Anwalt André Picker vertretene Neonazi heute wegen Sachbeschädigung zu einer Haftstrafe von drei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Grund für die Haft ohne Bewährung waren die jetzt schon sieben Vorstrafen, die er unter anderem wegen Volksverhetzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bekommen hatte. Zwei Jahre Jugendstrafe mit Bewährung hatte Hasselbach 2006 in München wegen rechtsextremer Straftaten und notorischen Schwarzfahrens kassiert, die Bewährungsfrist für diese Strafe läuft noch. Daher sah die Jugendrichterin keinen Anlass, die jüngste Strafe noch einmal auszusetzen. Einen Monat vor dem Begräbnis in Passau hatte Hasselbach in München eine aggressive Demonstration gegen das antifaschistische a.i.d.a.-Archiv organisiert, mit der die Neonazis ein Verbot des Rechercheprojekts forderten. Als Mitarbeiter dieses Vereins ist der Journalist Robert Andreasch bekannt, der dann in Passau von den Neonazis persönlich gewalttätig angegriffen wurde. Vor einem Monat war Hasselbach gemeinsam mit Manuel Heine, der ebenfalls zu den "Freien Nationalisten München" gehört, in den Vorstand der "Bürgerinitiative Ausländerstopp München" (BIA) gewählt worden. Für diese NPD-Tarnliste BIA sitzt Karl Richter im Münchner Stadtrat; Richter war vor kurzem auf dem NPD-Parteitag erstmals zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden aufgerückt. Das heutige Urteil ist bereits das zweite im Zusammenhang mit den Gewalttaten beim Busse-Begräbnis. Im Januar war ein 19-Jähriger zu einem Jahr Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden, der bei dem Begräbnis auf den Journalisten eingetreten hatte. Am 18. Mai muss sich Thomas Wulff, der vor kurzem wieder in den NPD-Parteivorstand gewählt worden war, in Passau wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Er hatte bei dem Busse-Begräbnis eine Hakenkreuzfahne auf den Sarg gelegt. Auch der Regensburger NPD-Kreisvorsitzende Willi Wiener wird in Passau vor Gericht stehen: er soll anlässlich der Busse-Beerdigung einem Polizeibeamten gegenüber tätlich geworden sein. |
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