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Berliner Zeitung, ZDF, Mitteldeutsche Zeitung
Im Blätterwald vom 09.08.2006 PDF Drucken E-Mail
redok   
09.08.2006
Heute aufgelesen: In der NPD macht sich Unzufriedenheit mit dem "Deutschland-Pakt" bemerkbar, den sie mit der DVU geschlossen hatte. Auch der Verfassungsschutz sieht Sollbruchstellen in der "Volksfront von rechts". In Sachsen-Anhalt hat ein führender Neonazi in einem kleinen Dorf einen Gasthof gemietet, veranstaltet Skinhead-Konzerte und gilt seinen Mitdörflern als netter Nachbar.

Wegen der mageren Wahlergebnisse der Frey-Partei fordert der stellvertretende NPD-Vorsitzende Peter Marx, den "Deutschland-Pakt" mit der DVU neu zu verhandeln, externer Linkberichtet die Berliner Zeitung. Für die Landtagswahlen am 17. September in Mecklenburg-Vorpommern erwartet die NPD ein gutes Wahlergebnis, und dann müsse mit der DVU verhandelt werden, ob nicht die NPD anstelle der DVU auch in Thüringen zur Landtagswahl 2009 antreten solle, zitiert das Blatt den NPD-Multifunktionär. Die Parteispitze wiegelt jedoch offiziell noch ab.

Beim ZDF wird externer Linkder Chef des Bundes-Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, interviewt. Fromm äußert sich ebenfalls skeptisch über die Zukunft der "Volksfront von rechts", die zwar "keine Eintagsfliege" gewesen ist, aber: "Wie lange das gut geht, das ist eine ganz andere Frage. Das hängt sehr stark davon ab, ob diejenigen, die bei Wahlen antreten, dann auch Erfolg haben." Zudem unterschieden sich die unterschiedlichen Gruppen in ihrer Ideologie und in ihrem Aktionsverhalten; Spannungen und Konkurrenzverhalten würden bei ausbleibendem Erfolg dazu führen, dass dieses Bündnis dann voraussichtlich zu Ende sei.

Die Mitteldeutsche Zeitung externer Linkberichtet über einen weiteren rechten Marx: in dem 270-Seelen-Dorf Sotterhausen (Kreis Sangerhausen) hat Enrico Marx einen ehemaligen Gasthof gemietet. Drei illegale Skinhead-Konzerte hat die Polizei im vergangenen Jahr dort schon aufgelöst. Die Dorfbewohner fühlen sich eher von der Präsenz der Ordnungshüter als durch den Neonazi gestört, der Chef der Kameradschaft "Ostara-Skinheads" ist, den örtlichen Stützpunkt der "Jungen Nationaldemokraten" leitet und einen Internet-Versand "Barbarossa Records" betreibt. "Er grüßt immer so freundlich", weiß eine Nachbarin über den Neonazi.