| NPD / Rechte Gewalt / Rassismus/ Vor Gericht | |||
| Sechs Monate für Faustschlag |
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| redok | |
| 11.05.2009 | |
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Rathenow. Zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilte das Amtsgericht Rathenow den ehemaligen NPD-Kreisvorsitzenden Marcel Horlebeck. Der Rechtsextreme hatte während der Fußball-Europameisterschaft 2008 einen dunkelhäutigen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
Nach einem Sieg der deutschen Mannschaft hatten im brandenburgischen Rathenow Hunderte spontan auf der Straße gefeiert. Ohne jeden Anlass und ohne Vorwarnung hatte Horlebeck laut Anklage im Vorübergehen dem dunkelhäutigen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Opfer stellte auf Anraten der Polizei Strafanzeige. Während des Prozesses schwieg Horlebeck (27) zu den Vorwürfen. Die Verteidigung forderte Freispruch, denn es sei nicht eindeutig erwiesen, dass Horlebeck der Täter gewesen war. Nebenklage und Staatsanwaltschaft waren dagegen sicher, dass Horlebeck aus rassistischen Motiven zugeschlagen hatte und forderten sechs Monate Haft. Diesen Anträgen folgte das Gericht, dass die Aussagen des Opfers als glaubwürdig einstufte. Angesichts der mehrfachen Vorstrafen - darunter wegen Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer, Fahren ohne Führerschein sowie wegen mehrerer rechtsextremer Straftaten - kam eine Bewährung nicht mehr in Betracht. Der rechtsextreme Schläger ist schon seit etwa zehn Jahren eine feste Größe in der Neonazi-Szene im brandenburgischen Landkreis Havelland. Vor allem in der Kameradschaft "Sturm 27" war Horlebeck aktiv, die im April 2005 vom brandenburgischen Innenminister verboten wurde. Später engagierte sich Horlebeck in der NPD, die nur wenige Wochen nach dem Kameradschafts-Verbot in Rathenow einen Stadtverband gründete. Vorsitzender dieses Stadtverbandes wurde Horlebeck, der jedoch auch in den Reihen der Partei seine kriminelle Karriere fortsetzte. Wohl nicht zuletzt wegen der negativen Außenwirkung wurde Horlebeck von der Partei schließlich im Juli 2008 als Funktionär aus dem Verkehr gezogen. Offiziell hieß es, "aufgrund seiner Tätigkeiten außerhalb des Parteiapparat" sei er "den wachsenden zeitlichen Anforderungen, gerade im Kommunalwahlkampf 2008, ... nicht mehr gewachsen". Doch auch danach war Horlebeck für die NPD im Einsatz, so etwa bei einem NPD-Aufmarsch in Biesenthal oder bei Info-Ständen der Partei, die nun wegen der Haftstrafe vorerst auf ihren Aktivisten verzichten muss. |