| Rechtsextremisten / Scheibenkleister | |||
| Rechte Realsatire |
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| ak | |||||||
| 12.05.2009 | |||||||
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Berlin. Mit Musterbeispielen unfreiwilligen Humors ziehen die Rechtsaußen-Parteien "Republikaner" (REP) und DVU in den Wahlkampf zum Europa-Parlament. Die REP setzen dabei ganz auf die Persönlichkeit der Spitzenkandidatin, die DVU lässt vier Damen einen abstrusen Ringelreihen tanzen.
Im Stile einer Comic-Heldin verkünden die REP ihre Spitzenkandidatin Ursula "Uschi" Winkelsett. Die biedere Blondine aus Westfalen verspricht den Wählern: "Uschi rettet Europa". Die neu geschaltete Webseite bietet unter anderem "Uschi privat" und "Uschi in Farbe". Kontakt zur Kandidatin gibt es in der Abteilung "Uschi und Du". Hilfestellung bei der Wahlentscheidung sollen "5 Gründe für Uschi" geben, wobei die Heldin beispielsweise verspricht: "Uschi macht Schluss mit Korruption, Lobbyismus und faulen Kompromissen". Der locker gemeinte Tonfall wird jedoch nicht ganz durchgehalten, wenn "den Politikern" gedroht wird, nun sei "Schluss mit lustig". Dagegen setzt die DVU im bewegten Bild ganz auf vier junge Damen, die vor weißer Tuch-Kulisse mit bunten Tüchlein wedeln und mit offenbar grazil gemeinten Bewegungen zu ätherischen Klängen Ringelreihen tanzen. Dazu gibt es pastoral klingende Töne vom neuen DVU-Pressesprecher Andreas Molau. Dessen frühere Tätigkeit als Lehrer an einer Waldorf-Schule, wo die als Tanz verstandene sogenannte "Eurhythmie" einen festen Stellenwert hat, scheint bei der Gestaltung des DVU-Videoclips einen erheblichen Einfluss ausgeübt zu haben.
Doch den Damen ergeht es in der Dramaturgie schlecht: Nach dem drohenden Zwischentitel "Die EU fesselt" werden die vier Damen buchstäblich in Ketten gelegt, wobei die Inszenierung in ein Setting irgendwo zwischen Schulmädchen-Softporno und verklemmten SM-Andeutungen abzugleiten droht.
Doch derlei Abschweifungen werden gründlichst konterkariert durch den finalen Auftritt der DVU-Spitzenkandidatin Liane Hesselbarth, die ihre Video-Aufzeichnung offenbar nur unter schwerster Nervosität hinter sich bringen konnte und mit verkrampfter Miene dem leidenden Betrachter verspricht: "Ich möchte Ihnen Mut machen!" Mit diesem Wahlspot begibt sich die DVU mit großen Chancen in die Konkurrenz um den Spitzenplatz in der Disziplin "unfreiwillige Komik bei rechtsextremer Wahlpropaganda". Bisher gab es dabei nur einen einzigen ernst zu nehmenden Beitrag, der dem Hirn des NPD-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Hessen im Jahre 2008 entsprungen war. Der NPD-Mann Marcel Wöll war in einem bizarren "Gartenzwerge-Spot" als Vertreter der "Partei des kleinen Mannes" hoch zu Ross aufgetreten und hatte die ausgebeuteten Gartenzwerge aus den Klauen eines fiesen Politikers gerettet. |
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