| Rechtsextremisten / Neonazis | |||
| Diskrete Hilfestellung |
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| redok | |
| 18.05.2009 | |
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München. Die verjüngte Führung der DVU gibt sich viel Mühe, um sich von radikalen Gruppierungen abzugrenzen. Doch die neuen Macher der "Altherrenpartei" lassen sich dabei auch von militanten Neonazis unter die Arme greifen.
Den "rechten Narrensaum" wollten die beiden Norddeutschen Andreas Molau und Matthias Faust außen vor lassen, als sie nach dem Abgang des jahrzehntelangen DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey die scheintote Rechtsaußen-Partei übernahmen. Mit dem Beitritt des vermeintlichen Millionärs und Spendieronkel Patrik Brinkmann konnte sich die lahmende Partei auch Hoffnung auf einige finanzielle Ressourcen machen. Doch damit wird ein Problem nicht gelöst, das vor allem in Wahlkampfzeiten beträchtliche Bedeutung hat. Die praktische Arbeit vor Ort - Flugblätter verteilen, Infostände durchführen, Plakate aufhängen - erfordert einsatzfähige örtliche Parteigliederungen, die bereit sind, Freizeit und Geld zu opfern. Die NPD war dieses Problem vor Jahren mit dem Eintritt bekannter Neonazis angegangen, die bislang außerhalb der Partei gestanden hatten. Die zumeist jüngeren "Kameraden" aus der Neonazi-Szene waren als Fußtruppen bald für die NPD unersetzlich. Auf solche Unterstützung kann die DVU nicht bauen. Sie setzt daher in der Not vor allem auf massive Präsenz im Internet. Die Webseiten der Parteizentrale selbst wurden völlig neu aufgesetzt, daneben wurde ein offizielles DVU-Portal "Europa wehrt sich" eingerichtet. Ein Portal "Gesamtrechts", das wie sein Vorgänger "Patriotisches Forum Süddeutschland" nominell partei-unabhängig ist, kann de facto zum Faust-Molau-Einflussbereich gezählt werden. Über neutrale Verteiler-Portale werden unablässig DVU-Pressemitteilungen in die Welt verschickt. Aber selbst dabei reichen die eigenen Kräfte nicht aus. Zur Einrichtung der Internetpräsenzen musste die neue DVU-Führung ausgerechnet auf "Kameraden" zurückgreifen, die üblicherweise dem radikal-militanten Flügel der Neonazi-Szene zugerechnet werden. So entstand das neue DVU-Portal unter Mithilfe der Hildesheimer "Bürgerinitiative für Zivilcourage", hinter der sich maßgeblich der seit Jahrzehnten als Neonazi tätige Dieter Riefling verbirgt. Der Ex-Kader der verbotenen "Freiheitlichen Arbeiterpartei" (FAP) kennt Molau gut aus der NPD-Arbeit in Niedersachsen, wo er schon seit Jahren den ansonsten unter "Kameraden" als "Weichei" oder "liberale Luftpumpe" verschrienen Molau unterstützt hatte. Noch nicht recht aus den Startlöchern gekommen ist das Portal "Europa wehrt sich", das sich auf die angebliche Islamisierung konzentrieren soll. Zuständig zeichnet hier "spani:mediendesign", doch dahinter verbirgt sich keineswegs eine kommerzielle Webdesign-Agentur, die vielleicht aus den Millionen des Gönners Brinkmann hätte bezahlt werden können. Stattdessen war hier Fabian Spanuth behilflich, den Molau möglicherweise während seiner Beschäftigung als Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern kennen gelernt hat. Der Nachwuchs-Designer mit Adresse in Elmenhorst/Lichtenhagen (Landkreis Bad Doberan) beschäftigt sich ansonsten mit den Webseiten der "Aktionsfront Mittelsachsen" oder der "NS Rostock", die gleichermaßen im krawalligen Erscheinungsbild der "Autonomen Nationalisten" daherkommen. Eine weitere Spanuth-Internetpräsenz "freisozialnational.de" bietet zwar seit Monaten unverändert keine Inhalte, diente aber offenbar als Gestaltungsgrundlage für das DVU-Portal. In einer Internet-Community nannte Spanuth als Interessen unter anderem "Kampfsport" oder "Kneipenbesuche", auf der Suche war er unter anderem nach Aufträgen im Bereich "Sicherheitsdienst". Bei der DVU wird allerdings nichts Rechtes aus "Europa wehrt sich", stattdessen wird der Besucher mit der Pisa-Begrüßung "Wehrte Besucher und Nutzer von Europa-wehrt-sich.de" empfangen. Was dieses Portal für die Partei wert ist, wird sich noch zeigen müssen. |