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NPD / Immobilien
Rechte Immobilien-Gerüchte nun auch an der Saar PDF Drucken E-Mail
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07.08.2006
Saarbrücken. Die saarländische NPD will sich ein "Schulungs- und Kameradschaftszentrum" zulegen. Es lägen bereits mehrere Angebote vor, so der Landesvorsitzende Frank Franz. Offen sei noch, ob ein Objekt gemietet oder gekauft werden solle.

Nachdem in den vergangenen Tagen der von Jürgen Rieger angekündigte Kauf eines Hotels in Delmenhorst Schlagzeilen machte, will nun offenbar der Saarländer Franz nicht zurückstehen. Auch im benachbarten Rheinland-Pfalz sind NPD und Kameradschaften bereits dabei, sich Räume zu verschaffen, so etwa in Kirchheim an der Weinstraße oder in Altleiningen, wo Sascha Wagner die Gaststätte "Zur Burg" für fünf Jahre gemietet und zu Veranstaltungszwecken umgebaut hat.

Der 34jährige Wagner, Landesgeschäftsführer der rheinland-pfälzischen NPD (Landesvorsitzender: Peter Marx), brüstete sich gegenüber dem stern, in Rheinland-Pfalz könne die NPD jederzeit 80 bis 90 Immobilien anmieten: "Ich bekomme täglich zwei bis drei Anrufe. Es sind meistens Leute, die von Banken oder Politikern über den Tisch gezogen wurden und die sich jetzt zum Teil auch rächen wollen, indem sie an uns vermieten."

In eine ähnliche Kerbe schlägt nun der saarländische NPD-Landeschef Frank Franz, dem angeblich "verschiedene interessante Angebote" vorliegen: "Es ist erstaunlich, wie schnell sich die ersten Interessenten gemeldet hatten." Offenbar will er mit der Öffentlichkeit noch eine Weile Katz und Maus spielen: "Wir möchten jedoch nichts überstürzen. Wir haben Zeit. Schließlich legt man sich nicht jeden Tag eine neue Immobilie zu."

Der NPD-Landesverband hat zwar nur wenige hunderte Mitglieder, dafür hat die Partei aber bei verschiedenen Wahlen Erfolge erzielt: 1,7 Prozent bei den Europawahlen 2004, bei den gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen in Völklingen 9,6 Prozent, bei der Landtagswahl im September 2004 4,0 Prozent, bei den Bundestagswahlen 2005 1,8 Prozent.

In jüngerer Zeit wurde die Landes-NPD von internen Konflikten gebeutelt. So wurden im Januar 2006 das Völklinger Stadtratsmitglied Otfried Best und Ende März der stellvertretende Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende von Saarlouis, Markus Mang, aus der Partei geworfen. Best hatte dem vorherigen Landesvorsitzenden Peter Marx vorgeworfen, Verfassungsschutzspitzel in der Partei zu dulden.

Frank Franz, Jahrgang 1978, wurde im Juli 2005 zum saarländischen NPD-Landesvorsitzenden gewählt und gilt als Zögling des NPD-Multifuntionärs Peter Marx. In rechtsextremen Kreisen wird er oft mit dem Spottnamen "FraFra" genannt; in manchen Szenekreisen gilt er als alerter Karrierist, dem die echte nationalistische Substanz fehle. Franz betreibt eine Marketingfirma "Marketing Saar" im saarländischen Püttlingen, die auch die Webseiten der NPD Saar gestaltet; daneben betreibt er den "Nationalversand" mit einem Literaturangebot etwa zu den Themen Hitler-Jugend und Waffen-SS. Derzeitige Buchempfehlung aus dem Hause FraFra: "Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Dritten Reich".