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NPD
Keine Fremdstimmen für NPD-Kandidat PDF Drucken E-Mail
redok   
23.05.2009
Berlin. Eine Überraschung bei der heutigen Wahl des Bundespräsidenten blieb aus: Der Kandidat von NPD und DVU Frank Rennicke erhielt genau die vier Stimmen der rechtsextremen Mitglieder der Bundesversammlung. Während die Wahl noch lief, präsentierte die NPD ihren Kandidaten im Internet als "Präsident des Volkes" - als Beleg dafür musste eine telefonische "Abstimmung" herhalten.

Auf den Internetseiten der NPD-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Saarland wurde Rennicke, der Anfang April beim NPD-Bundesparteitag als Bundespräsidenten-Kandidat vorgestellt worden war, als "Bundespräsident des Volkes" vorgestellt. Als "Beweis" für die enorme Beliebtheit des neonazistischen Liedermachers Rennicke zeigten die Webseiten eine Bildschirm-Aufnahme vom Teletext des Fernsehsenders Pro Sieben, der seine Zuschauer per Telefon über die vier Präsidenten-Kandidaten abstimmen ließ.

Offenbar hatten NPD-Anhänger eifrig die kostenpflichtige Nummer angerufen, um ihren Kandidaten nach vorne zu bringen. Die rheinland-pfälzische NPD titelte dann auch glücklich: "Frank Rennicke wird mit 57,5% Bundespräsident".

In Berlin sah es bei der Bundesversammlung freilich anders aus. Rennicke bekam genau die vier Stimmen der rechtsextremen Abgeordeten Holger Apfel, Johannes Müller (beide NPD Sachsen), Udo Pastörs (NPD Mecklenburg-Vorpommern),  Liane Hesselbarth (DVU Brandenburg). Vor wenigen Tagen hatte der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche angekündigt, seine Stimme für Horst Köhler abzugeben.