| Neonazis / Rechte Gewalt / Vor Gericht | |||
| Urteil bestätigt: 14 Monate Haft |
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| 25.06.2009 | |
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Detmold. Das Urteil gegen den Neonazi Marco Siedbürger ist am Dienstag vor dem Landgericht in Detmold (Kreis Lippe) für rechtskräftig erklärt worden. 14 Monate Haft ohne Bewährung hatte das Urteil des Amtsgerichts wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter gemeinschaftlicher Körperverletzung und Beleidigung gelautet. Siedbürger ging in Berufung, zog sie jedoch heute in der Verhandlung zurück. Somit sitzt der militante Rechtsradikale nun in Strafhaft.
In der Urteilsbegründung des Amtsgerichtes im März hieß es, Siedbürger könne keine positive Sozialprognose vorweisen; er besäße keinerlei Unrechtsbewusstsein. Als 17-Jähriger hatte Siedbürger als Skinhead gemeinsam mit einem Gesinnungsgenossen in Eschede (Kreis Celle) einen Mann so schwer zusammengeschlagen, dass dieser daraufhin qualvoll starb. Dafür war er zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Zahlreiche weitere Straftaten folgten, die zum Teil zu Bewährungsstrafen führten. Etwa einen Monat nach der Verurteilung durch das Amtsgericht Detmold war Siedbürger im April in Hille (Kreis Minden-Lübbecke) wegen einer neuen Straftat verhaftet worden. Zuvor hatte eine Gruppe Neonazis in Wunstorf (Region Hannover) zwei Jugendliche überfallen und schwer verletzt. Siedbürger und ein 19-Jähriger wurden von der Polizei als mutmaßliche Täter festgestellt. Zwei Wochen später klickten dann die Handschellen in Hille, da die Staatsanwaltschaft Hannover einen Haftbefehl erlassen hatte - wegen Wiederholungsgefahr. Mit dem jetzt rechtskräftigen Urteil ist eine der drei Führungsfiguren der "Nationalen Offensive Schaumburg", die trotz offizieller Auflösung weiter existiert, weiterhin in Haft. Währenddessen beteiligt sich jedoch der Neonazi Arwid Strelow aus Lindhorst (Kreis Schaumburg) nach Verbüßung einer Haftstrafe wieder regelmäßig an rechten Aktivitäten. Er organisierte im thüringischen Arnstadt einen Info-Stand für den "Trauermarsch" in Bad Nenndorf (Schaumburg). Auch zu der Sonnwendfeier am vergangenen Wochenende in Eschede, zu der rund 250 Neonazis kamen, reiste er an. Hier gab es ebenfalls einen Stand zum "Trauermarsch". |