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Braune Waren
Keller voll mit Rechts-CDs PDF Drucken E-Mail
redok   
05.08.2009
Waiblingen. Mehrere Tausend CDs mit rechtsradikaler Musik hat die Polizei in einem Keller im württembergischen Waiblingen gefunden. Der Raum gehört einem Versandhändler, bei dem die Beamten im Zuge einer Razzia im März noch nichts gefunden hatten. Den 34-jährigen Mann erwartet nun eine Anzeige wegen Volksverhetzung und Propagandadelikten - doch er ist schon seit Monaten abgetaucht.

Nach Polizeiangaben wurden neben den Tonträgern am gestrigen Dienstag auch Aktenordner und Belege beschlagnahmt. Die sichergestellten Gegenstände füllten einen ganzen Kleintransporter. Bereits Anfang März wurden demnach verschiedene Wohnungen des selben Tatverdächtigen im Rems-Murr-Kreis durchsucht, allerdings noch ohne Erfolg. Auf den Kellerraum war die Polizei am Montag durch einen Hinweis aus der Bevölkerung aufmerksam geworden; ein Durchsuchungsbeschluss war noch am gleichen Tag von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft beantragt und vom Amtsgericht ausgestellt worden.

Im März hatten Strafermittler unter Leitung der Staatsanwaltschaft Stuttgart Durchsuchungen im ganzen Bundesgebiet durchgeführt, bei denen über 45.000 CDs und 70 Waffen gefunden worden waren. Auslöser der Razzien waren Ermittlungen gegen den 34-jährigen Sascha Deuerling aus Waiblingen, der die Internetplattform "Unser Auktionshaus" und den Versandhandel RACords betreibt. Daneben hat er auch als Musiker bei den Rechtsrock-Bands "Carpe Diem" und "Noie Werte" mitgemischt.In Deuerlings damaliger Wohnung in Bad Cannstatt, wo er ein Tonstudio, den Versandhandel und das Auktionshaus betrieben hatte, waren allerdings nur rund 1.000 CDs gefunden worden.

Das "Auktionshaus" war im Internet schon seit einiger Zeit vor den Razzien nicht mehr in Betrieb und ist seit den Durchsuchungen im März auch nicht wieder eröffnet worden. Ermittler hatten beim "Auktionshaus" bereits im September 2007 den Server, die Computerfestplatten und CDs mit rechtsextremen Inhalten beschlagnahmt und ausgewertet. Dabei gefundene Adressen von weiteren Händlern sowie Kunden der braunen Musik-Tonträger waren eine wesentliche Grundlage für die Razzien im März gewesen.

Schon vor der Razzia im März war Deuerling allerdings abgetaucht, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Die Ermittler gingen davon aus, dass er weiterhin rechte Musik im Internet verkauft hat, so das Blatt. Es gebe zwar vage Spuren zu Deuerling, doch um ihn zur Verantwortung zu ziehen, wäre wohl ein Haftbefehl nötig.