| NPD / Neonazis / Vor Gericht | |||
| Neonazi wegen Kinderporno verurteilt - Kameraden drohen mit "Feme" |
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| redok | |
| 07.08.2009 | |
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München. Die Münchner NPD-Tarnliste "Bürgerinitiative Ausländerstopp" kommt zur Zeit nicht aus den Affären heraus. Nun wurde ein Vorstandsmitglied wegen des Besitzes von Videos mit Kinder- und Tierpornographie verurteilt. Die Computerdateien waren der Polizei bei einer Hausdurchsuchung im Zuge der Fahndung nach dem Anschlag auf den Passauer Polizeichef Mannichl in die Hände gefallen. Der geständige Manuel Heine (34) muss 800 Euro Geldstrafe zahlen, seine "Kameraden" blasen zur Hatz gegen den "Abartigen".
Im Dezember 2008 waren Heine und seine Ehefrau im Zuge der Mannichl-Affäre für einige Tage in Haft genommen worden. Der bis dahin nur unter dem Pseudonym "H.Amas" als Autor bei den "Freien Nationalisten München" (FNM) in Erscheinung getretene Heine wurde nun auch als Redner bei Demostrationen eingesetzt und im März 2009 in den Vorstand der Münchner "Bürgerinitiative Ausländerstopp"(BIA) gewählt. Dort war er für "Organisation und neue Medien" zuständig. Im Mai sprach Heine bei einer FNM-Demonstration in München unter dem Motto "Wir wollen Freiheit!". Dabei hob er laut FNM-Stellungnahme "den immer fragwürdigeren 'Rechtsstaats'-Charakter der realexistierenden Bundesrepublik" hervor. Doch dieser Rechtsstaat in Form des Amtsgerichts München hat Manuel Heine am gestrigen Donnerstag zu einer milden Strafe von 40 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Damit blieb der Richter deutlich unter den 90 Tagessätzen, die von der Staatsanwältin gefordert worden waren. In der Wohnung von Manuel Heine waren nicht nur ein Butterfly-Messer gefunden worden, sondern auf seinem beschlagnahmten Computer vor allem auch Videos mit "kinderpornographischen Darstellungen" und "tierpornographischen Abbildungen", wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Über seinen Verteidiger räumte Heine die Anklage in vollem Umfang ein. Selbst sagte er, es sei eine "Dummheit" gewesen. Die Staatsanwältin wollte jedoch mehr wissen und fragte nach seinen Auftritten bei diversen rechtsextremen Veranstaltungen. Doch davon wollte Heine nun gar nichts mehr wissen: "Ich bin nicht mehr aktiv", versicherte er. Weitere Ausführungen wurden von seinem Verteidiger abgewürgt: "Sie sagen jetzt gar nichts mehr dazu". Als ALG II-Empfänger wurde ihm ein niedriger Tagessatz von 20 Euro zugebilligt, doch mit seinem Urteil lag der Richter erheblich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Bei einer Gesamtlänge von acht Minuten seien die Videos nicht übermäßig groß. Heine nahm das Urteil an, die Staatsanwältin behält sich eine Berufung vor. In den Reihen seiner "Kameraden" brach umgehend eine wüste Hatz gegen Heine los, die auch einige Heine-Weggefährten wie Philipp Hasselbach mit einbezog. "Hasselbach und Heine - Judenschweine", hieß es in einem Neonazi-Internetportal; gerufen wurde nach einem "Femegericht" und nach "Todesstrafe für Kinderschänder". Hektisch wurden Distanzierungen und Erklärungen abgegeben. Demnach soll Heine schon "vor vielen Wochen" sowohl von den FNM als auch bei der BIA ausgeschlossen worden sein, weil er sich einfach "verdrückt" habe beziehungsweise "untergetaucht" sei - nun wisse man, warum. Es habe sich "ein Perverser in unsere Reihen geschlichen", nun müsse man sich "Sanktionen für dieses Schwein" überlegen. Vor zwei Wochen war Marius Augustin, BIA-Vorstandsmitglied und Pressesprecher sowie stellvertretender NPD-Kreisvorsitzender, nach dem Bekanntwerden seiner merkwürdigen Doppel-Identität durch einen redok-Bericht von seinen BIA-Funktionen zurückgetreten. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Foto des FNM-Chefs und NPD-Bundestagskandidaten Philipp Hasselbach beim Hitlergruß publiziert. Auch Hasselbach ist - wie Heine - seit dem März gewähltes Vorstandsmitglied der BIA. |