| NPD / Rechtsextremisten | |||
| Streng geheime Spitzen-Debatte |
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| redok | |
| 13.08.2009 | |
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Berlin. Bei einer Podiumsdiskussion sollen in den nächsten Tagen in Berlin die Parteivorsitzenden von NPD und DVU, Udo Voigt und Matthias Faust, zusammentreffen. Doch öffentlich soll das "Spitzentreffen" der extremen Rechten nicht ausgetragen werden: Informationen über und Zugang zu der Veranstaltung gibt es offenbar nur für handverlesene Gesinnungsgenossen mit Einladung.
Ausgeplaudert hatte die geplante Veranstaltung der frühere stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Hans Joachim Henry, der noch im letzten Jahr zeitweise als NPD-Landesvorsitzender im Gespräch gewesen war, dann aber Ende Februar mit zwei Dutzend weiteren Parteimitgliedern aus der NPD ausgetreten und Ende Juli in die DVU eingetreten war. Auf einer von den NPD-Abtrünnigen vor allem aus dem Kreisverband Tempelhof betriebenen Webseite hatte Henry am heutigen Mittag die Podiumsdiskussion der beiden Parteivorsitzenden angekündigt und Näheres "in den nächsten Tagen" versprochen. Im Neonazi-Portal Altermedia wurde Henry jedoch umgehend verbal zusammengestaucht. "So etwas" gehöre "nun wirklich nicht in eine öffentlich einsehbare Seite", schimpfte ein Kundiger mit Einladung. Auch der unermüdlich in zahlreichen Internetforen anwesende Kreisvorsitzende der NPD Unna und Vorsitzende der NPD-internen Untersuchungskommission zur Affäre Kemna, der Versicherungsmakler Hans-Jochen Voß, wusste Bescheid und war ebenso ungehalten: "Wie kann man aber nur so bescheuert sein so etwas zu veröffentlichen". Dann warf er seinem früheren Parteikameraden noch hinterher: "Herr Henry scheint wohl restlos durch gedreht zu haben." Doch Henry hörte die Signale noch am Nachmittag. Statt Näherem über die Veranstaltung hieß es jetzt nur noch: "Auf Wunsch des Veranstalters gibt es bis nach der Veranstaltung keine weiteren Informationen". Erst nach der Veranstaltung werde man berichten. Organisiert wurde die bevorstehende Geheim-Debatte aber anscheinend nicht von den beiden nun beteiligten Parteien, denn angeblich soll auch der Parteivorsitzende der "Republikaner" (REP), Rolf Schlierer, zu dem Event eingeladen worden sein; zugesagt habe der jedoch noch nicht. Eine Schlierer-Zusage zu einer Diskussion mit NPD-Chef Voigt ist allerdings selbst bei einer nichtöffentlichen Veranstaltung kaum zu erwarten. Schon beim Rechtsaußen-Gipfel in Straßburg vor zwei Jahren hatte der einladende FPÖ-Abgeordnete Andreas Mölzer die Teilnehmer der Runde im Vorhinein nicht über den Teilnehmerkreis unterrichtet. Die gemeinsam mit NPD-Spitzenfunktionären als Unterzeichner einer "Erklärung" aufgeführten REP-Spitzenmänner Rolf Schlierer und Johann Gärtner dementierten später heftig, mit der NPD über eine Vereinbarung geredet zu haben: "von Politlumpen und Parteizerstörern" seien solche Nachrichten in Umlauf gebracht worden, polterte der bayerische REP-Vorsitzende Gärtner. Die kommende Berliner Veranstaltung birgt jedenfalls Brisantes, denn seit dem Eintritt von Detlef Nolde und Hans Joachim Henry in die Berliner DVU ist dort Konfrontation mit dem amtierenden Landesvorsitzenden Torsten Meyer angesagt. Der ist als Bezirks-Abgeordneter in Lichtenberg auch Mitglied der dortigen NPD-Fraktion, wird aber seit Wochen von seinen DVU-"Parteifreunden" bedrängt, aus der Fraktion auszutreten. Meyer wird ein enges Verhältnis zur Berliner NPD-Führung nachgesagt; er arbeite "gegen die eigene Partei", hatte Nolde öffentlich geschimpft. Die Mitgliedschaft in der NPD-Fraktion bringe Meyer "an die 1000 Euro monatlich" durch Sitzungsgelder, brachte das frischgebackene DVU-Mitglied Nolde ins Spiel. Mit dem Berliner NPD-Chef Jörg Hähnel und drei weiteren Personen soll sich Meyer vor zwei Wochen zu einem "konspirativen Gespräch" getroffen haben, auf der Gegenseite sollen sich die DVU-Neu-Mitglieder Henry und Nolde am vergangenen Wochenende mit Bundes-Parteichef Matthias Faust getroffen haben. Offenbar wird in dieser Berliner Schlammschlacht auf allen Seiten heftig intrigiert. Da wird der Wunsch nach einer nicht öffentlich angekündigten Veranstaltung verständlich: Möglicherweise werden Auseinandersetzungen handgreiflicher Art befürchtet. |