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Rechtsextremisten
Geschäftsführender Stehauf-Lemmer PDF Drucken E-Mail
redok   
31.08.2009
Düsseldorf. Vor drei Monaten kassierte der frühere Rechtsrock-Unternehmer Torsten Lemmer  eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Damals noch Mitglied des Stadtrats, hatte er bei der Ratswahl am gestrigen Sonntag nur noch einen chancenlosen Listenplatz bei seinen "Freien Wählern". Nun ist er doch wieder im Rathaus - die Gruppierung stellt ihn als Geschaftsführer ein.

Seit bald 20 Jahren tummelte sich Lemmer erfolgreich mit Magazinen wie Rock Nord und eigenem Plattenlabel im Rechtsrock-Geschäft. Nach seinem angeblichen "Ausstieg" aus der Szene ließ er sich vor fünf Jahren mit seiner "Lemmerliste" in den Düsseldorfer Stadtrat wählen. Nach einer politischen Achterbahnfahrt durch die Seniorenpartei "Die Grauen" und der von ihm selbst aufgezogenen Gruppierung "Freie Wähler" schien im Frühjahr 2009 das Ende der politischen Karriere des 39-Jährigen gekommen.

Fahnder hatten im März 2006 - als Lemmer  längst "ausgestiegen" sein wollte und im Düsseldorfer Stadtrat saß - in seinen Räumen zahlreiche gewaltverherrlichende und volksverhetzende Tonträger gefunden.Im Mai verurteilte ihn das Landgericht Düsseldorf deswegen zu zehn Monaten auf Bewährung. Lemmer hatte sich damit herauszureden versucht, er sei schon längst aus dem rechtsextremen Verlag ausgeschieden gewesen und habe trotz dieses "Ausstiegs" fünf Jahre lang nur noch ein Gehalt kassiert.

Das Urteil schien nicht günstig für Lemmers weitere politische Karriere in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Zur Stadtratswahl postierten ihn die "Freien Wähler" auf den aussichtslosen Platz 37 ihrer Reserveliste.

Bei der Wahl am gestrigen Sonntag bekamen die "Freien Wähler" zwei Sitze im Düsseldorfer Stadtrat - zu wenig für eine Fraktion, aber ausreichend für den Anspruch auf öffentliche Mittel für ihre Ratsarbeit. Diese Mittel wurden heute prompt von den "Freien Wählern" in eine langfristige Perspektive investiert: Der erfahrene "Aussteiger" Lemmer steigt bei der Gruppierung im Rat als hauptamtlicher Geschäftsführer ein. Nun darf er erneut für fünf Jahre ein Gehalt kassieren.