| NPD | |||
| Gequälter Rest-Vorstand |
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| redok | |
| 21.09.2009 | |
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Berlin. Eine Woche vor der Bundestagswahl steht der Berliner Verband der NPD vor einem Fiasko. Eine Reihe von Funktionären und Mandatsträgern ist aus der Partei ausgetreten. Ein Landesparteitag im Herbst soll den Scherbenhaufen aufkehren, den viele Berliner Rechtsextremisten dem Landesvorsitzenden Jörg Hähnel anlasten.
Erst im Juni letzten Jahres war Hähnel zum Berliner NPD-Landesvorsitzenden gewählt worden, doch in diesem einen Hähnel-Jahr musste die Partei in der Hauptstadt eine Reihe von Rückschlägen einstecken. Nach und nach traten die beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden Hans Joachim Henry und Stefan Bathke aus der Partei aus. Der Schatzmeister Igor A. Moda trat von seinem Amt zurück. Beim Austritt von Henry verließen Ende Februar gleich zwei Dutzend Parteimitglieder die NPD, darunter auch die damalige Kreisvorsitzende in Marzahn-Hellersdorf, Gesine Hennrich. Nun hat offenbar ein weiterer Funktionär das Handtuch in der Hähnel-NPD geworfen. Mit Thomas Vierk verließ ein weiterer Beisitzer des NPD-Landesvorstandes und zudem einer der beiden NPD-Abgeordneten in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Neukölln die Partei, wie eine Webseite der NPD-Abtrünnigen vermeldet. Demnach heißt es in einem Hähnel-Rundschreiben: "Für mich als Landesvorsitzenden ist es bitter zu sehen, wie der Verband der Hauptstadt sich in den letzten 10 Jahren hinsichtlich der Pesonaldecke verschlechtert hat". Durch die Austritte sei "die Arbeit in den letzten Monaten für den verbliebenen Restlandesvorstand - Sebastian Thom, Michaela Zanker und Jörg Hähnel - zur Qual" geworden. Unterstützung habe die gequälte Rest-Truppe bei der Ehefrau des Landesvorsitzenden Stella Hähnel sowie bei Björn Wild gefunden, dem früheren Anführer der verbotenen "Kameradschaft Tor" und jetzigem Landesvorsitzenden der Parteijugend "Junge Nationaldemokraten" (JN). Darüber hinaus seien mit Katharina v.d.W. und "Ruth" zwei NPD-Frauen in den Vorstand berufen worden. Im Oktober oder November soll ein Landesparteitag den geschrumpften Landesverband wieder in ruhigere Gewässer lenken. Der jüngst ausgetretene Thomas Vierk kandidiert auf Platz fünf der NPD-Landesliste für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Da bei dieser Wahl die NPD keinerlei Aussicht auf einen Erfolg hat, wird sie auch nicht in die Verlegenheit kommen, von einem Ex-Mitglied als Bundestagsabgeordnetem repräsentiert zu werden. Mit dem früheren stellvertretenden Landesvorsitzenden Henry waren im Frühjahr einige der NPD-Abtrünnigen in die DVU eingetreten. Doch auch dort sind innerparteiliches Hauen und Stechen gut bekannt. Geführt wird der Berliner DVU-Landesverband von Torsten Meyer, der als Bezirks-Abgeordneter in Lichtenberg der dortigen NPD-Fraktion angehört. Diese Fraktion besteht ansonsten aus Jörg Hähnel und Manuela Tönhardt, die wie ihr Ehemann Dietmar Tönhardt früher der DVU angehörte. Dietmar Tönhardt hatte den DVU-Landesverband früher sogar als Landesvorsitzender geleitet. Kritiker werfen Torsten Meyer seit geraumer Zeit eine zu große Nähe zur NPD vor. Allerdings ist auch in der Berliner DVU, die sich angesichts der Beitritte im Frühjahr schon als kommende Rechtsaußen-Kraft in der Hauptstadt wähnte, Ernüchterung eingekehrt. Der schillernde Wanderer zwischen den rechtsextremen Parteien Detlef Nolde ist nach seiner Werbung für einen islamistischen Aufmarsch und nachfolgender Kritik seitens des DVU-Bundesvorstandes nach nur wenigen Monaten wieder aus der DVU ausgetreten. |