start arrow notizblog arrow Unpolitischer Fußball? Wo auch immer?
Rechtsextremisten / Rechte Gewalt
Unpolitischer Fußball? Wo auch immer? PDF Drucken E-Mail
Olaf Meyer   
24.10.2009
Brandis/Leipzig. Bei einem Bezirksklasse-Auswärtsspiel werden Mannschaft und Anhänger von Roter Stern Leipzig augenscheinlich von Rechtsextremisten militant attackiert.  

Eine der ersten Online-Meldungen um die Geschehnisse während der Begegnung FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig wurde wohl via externer Linktwitter verbreitet. "Blutiger Überfall in der Bezirksklasse", externer Linkberichtete später der MDR; von mehreren Verletzten und einem erfolgten Spielabbruch externer Linkschrieb ebenso die LVZ. Der externer LinkRote Stern Leipzig selbst veröffentlichte auf seiner Internetpräsenz eine Pressemitteilung: externer LinkNazi-Überfall bei Auswärtsspiel in Brandis.

Die Polizei bestätigte bislang lediglich, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans gekommen sei. Dabei seien zwei Anhänger des Vereins Roter Stern Leipzig und ein Spieler verletzt worden. Die Beamten hätten 15 Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen (ddp).

Unterdessen geht die Leipziger Internet Zeitung externer Linkdavon aus, dass sich der erfolgte Angriff "ziemlich passgenau mit Stimmen unter anderem in Foren wie Altermedia [deckt], nun statt angemeldeter Demonstrationen verstärkt auf gezielte Aktionen zu setzen, Gewalt inbegriffen". Als Hintergrund dafür scheint aktuell auch der lediglich als Stehdemonstration kläglich gescheiterte Nazi-Aufmarsch in Leipzig am 17. Oktober gesehen zu werden.

"(...) Viele Fußballfans versuchen durch die Losung 'Keine Politik im Stadion' politische Einflüsse jeder Art von sich zu weisen (...)

(...) Wenn es politisch ist, seine Aufmerksamkeit oder sein Hirn am Stadioneingang abzugeben, dann sollten Fans nicht davor zurückschrecken, es reinzuschmuggeln, nur weil der Begriff verteufelt ist.

Es geht nicht darum, den Spaß am Fußball zu verderben. Provokationen und Pöbeleien gehören zum Fußball wie das Salz zur Suppe - ganz klar. Aber das Gefühl dafür, wann eine Suppe versalzen ist, sollten Fans nicht verlieren (...)

(...) Auch das Private ist und wirkt politisch. 'Football without politics' ist demnach eine verfängliche Losung, die am besten mit 'Fußball ohne Nachdenken' übersetzt werden sollte."
[Quelle: Keine Politik im Stadion? Über das Politische im so genannten Unpolitischen. in: Ballbesitz ist Diebstahl! Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz. BAFF (Hrsg.). Göttingen. 2004.]