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Hamburg. Eine Gruppe linker Antisemiten hat am vergangenen Sonntag gewaltsam die Vorführung eines Filmes über Israel verhindert. Bei der Blockade des Kinos sollen Beschimpfungen wie "Judenschweine" gefallen sein. Der Hamburger Verband der Partei "Die Linke" veröffentlichte eine Rechtfertigung der Aktion, mit der die Vorführung eines "zionistischen Propaganda-Films" verhindert worden sei.
Gezeigt werden sollte der 1972 entstandene Film "Warum Israel" des französischen Filmemachers Claude Lanzmann, der vor allem durch seinen neunstündigen Dokumentarfilm "Shoah" bekannt ist. Nach Angaben des Kinos im Stadtteil St. Pauli und der Veranstalter der geplanten Vorführung hatten etwa 15 Personen aus dem Umfeld einer antiimperialistischen Gruppe, dem internationalistischen Zentrum B5, den Zugang blockiert und die eintreffenden Besucher der Vorführung gefilmt und fotografiert.
Die Blockierer hätten sich überdies mit Handschuhen, einem Fahrradschloss und einem Gürtel auf ein gewaltsames Vorgehen vorbereitet. Tatsächlich sei es zu einer Rangelei gekommen, wobei einige Besucher durch Schläge ins Gesicht verletzt worden seien. Die Vorführung wurde aufgrund der Boykott-Aktion schließlich abgesagt.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Wolfgang Seibert, verurteilte die Aktion und nannte sie "das Vorgehen einiger wild gewordener Kleinbürger", die sich zwar als links verstünden, aber "in ihrem Vorgehen aber durchaus als Mitläufer und Handlanger der Neonazis bezeichnet werden können". Mit Beschimpfungen wie "Judenschweine" und "Schwuchteln" hätten sich die Blockierer selbst diskreditiert: "Wer solche antisemitischen und schwulenfeindlichen Worte benutzt, hat jedes Recht verloren sich 'internationalistisch' zu nennen." Dass mit Gewalt bestimmt werde, "was gesehen werden darf und was nicht", sei absolut nicht hinnehmbar, so Seibert: "Wir haben von dieser Art der Zensur die Schnauze voll".
Eine Rechtfertigung der linken Antisemiten wurde nach eigenen Angaben während der Blockade des Kinos verteilt und anschließend auf der Webseite des Hamburger Landesverbandes der Partei "Die Linke" veröffentlicht. Darin hieß es, man habe verhindert, "einen zionistischen Propaganda-Film" vorzuführen. Die Boykott-Aktion sei "Kritik am Zionismus"; die Veranstalter aus dem Spektrum der "Antideutschen" hätten mit der Vorführung vorgehabt, "das Spektrum der B5 zu provozieren". Veröffentlicht wurde die Boykott-Rechtfertigung auf einer Unter-Webseite, die von einer innerparteilichen Arbeitsgruppe "Kritische Linke Hamburg" betreut wird.
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