| Neonazis | |||
| "Frontbann 24" verboten |
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| redok | |||
| 05.11.2009 | |||
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Berlin. Der Berliner Innensenator hat heute die Neonazi-Kameradschaft "Frontbann 24" verboten. Zwei Hausdurchsuchungen fanden am Morgen bei führenden Kadern der Gruppe statt.
Die Kameradschaft hatte sich Ende 2008 vor allem aus abtrünnigen NPD-Mitgliedern in den östlichen Stadtbezirken gebildet. Schwerpunkte waren die Bezirke Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Durchsucht wurden heute die Wohnungen von Uwe Dreisch (Mariendorf, Bezirk Tempelhof) und Gesine Hennrich (Lichtenberg). Die beiden gelten als führende Kader des "Frontbann 24". Hennrich war Landesvorsitzende des "Ring Nationaler Frauen" und NPD-Kreisvorsitzende in Marzahn-Hellersdorf gewesen. Im Zuge einer bizarren "Porno-Affäre" war sie von der Anhängerschaft des NPD-Landesvorsitzenden Jörg Hähnel aus der Partei hinausgemobbt worden. Mit ihr hatten zahlreiche NPD-Funktionäre und -Mitglieder aus mehreren Berliner Kreisverbänden die Partei verlassen. Die Abtrünnigen haben sich mittlerweile zum Teil der DVU angeschlossen, eine größere Gruppe bildete den "Frontbann 24". Angeblich verfügte der "Frontbann 24" über Ortsgruppen in den Berliner Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Neukölln sowie über zwei Gruppen außerhalb Berlins. Bereits im August hatte die Berliner Polizei elf Wohnungen von "Frontbann 24"-Mitgliedern durchsucht; der Schwerpunkt der Razzien lag im Köpenicker Ortsteil Oberschöneweide. Elf Männer und eine Frau sollen bei verschiedenen öffentlichen Versammlungen Uniformteile und Abzeichen des "Frontbann 24" getragen und damit gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben. Bei diesen Durchsuchungen im August waren laut dem Tagesspiegel Hitler-Bilder, Anstecker mit Hakenkreuz und SS-Runen, Reichskriegsflaggen und ähnliche Devotionalien gefunden worden. Über dem Bett von Gesine Hennrich hing eine große Hakenkreuzfahne. Die Polizei entdeckte zudem teilweise noch verpackte Feuerzeuge und Kugelschreiber mit Hakenkreuzen.Schon damals war über ein kommendes Verbot der Gruppe spekuliert worden.
Ende August hatte "Frontbann 24" mit dem Vorwand einer Vergewaltigung eine Demonstration in Neukölln eine "Spontandemonstration"durchgeführt, deren Anlass sich jedoch bald als erfunden herausstellte. Als Treffpunkte nutzten die "Frontbann"-Nazis die Kneipe "Zum Henker" in Berlin-Oberschöneweide, gegen die Anfang Oktober - laut Polizei ohne politische Motivation - Brandsätze geworfen worden waren, und ein Lokal in Mariendorf. Am 1. September hatten "Frontbann 24"-Angehörige den "Saalschutz" bei einer szene-internen Diskussionsveranstaltung mit den beiden Parteivorsitzenden Matthias Faust (DVU) und Udo Voigt (NPD) übernommen. Diese Veranstaltung mit satten 25 Euro Eintrittsgeld war von Hans-Ulrich Pieper unter dem Label der Veranstaltungsreihe "Dienstagsgespräch" organisiert worden, die sich üblicherweise eher an den "bürgerlichen" Teil der extremen Rechten wendet.
Die Gruppe ist als erste nennenswerte Neonazi-Kameradschaft in Berlin
seit den Verboten der "Kameradschaft Tor" und der "Berliner Alternative
Süd-Ost" (BASO) im Jahr 2005 in Erscheinung getreten - nun folgt sie ihnen auch mit dem |
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