start arrow report arrow Bayerischer Rechtsaußen-Besenwagen
Rechtsextremisten
Bayerischer Rechtsaußen-Besenwagen PDF Drucken E-Mail
redok   
06.11.2009
München. Expandieren will der Münchner Ableger der vor allem im Rheinland aktiven "pro"-Gruppen. Nach der Wahlschlappe bei den bayerischen Kommunalwahlen im letzten Jahr soll nun ein Wachstum in die Fläche des Landes neue Perspektiven erschließen. "Pro Bayern" sammelt aber erst einmal nur Funktionäre ein, die bei anderen Rechtsaußen-Parteien abgemustert haben.

Gerade einmal 0,9 Prozent konnte "pro München" im März 2008 bei der Münchner Stadtratswahl ergattern. Das reichte nicht für einen Sitz im Kommunalparlament, im Gegensatz zur NPD-gesteuerten "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA), für die der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Karl Richter in den Stadtrat einzog. Für die magere Ausbeute gab es dann auch noch Schelte vom Vorbild: "pro Köln" und "pro Deutschland" zogen über die Münchner Nachahmer her.

Nach weit mehr als einem Jahr melden sich nun die Münchner "pro"-Aktivisten wieder zurück. Mangelnde Aktivität in der Landeshauptstadt soll nun offenbar durch den landesweiten Aufbau von "pro Bayern" ausgeglichen werden. "Vom Main bis zum Alpenrand" soll die Partei hochgezogen werden.

"Sozial und patriotisch" will die neue Truppe  mit den alten Köpfen sein und sich "entschieden für bayrische und deutsche Interessen" einsetzen. Mit dabei an führender Stelle sind erneut Stefan Werner (ehemals NPD-Bundestagskandidat und Funktionär der "Deutschen Partei") und Rüdiger Schrembs, Ex-Landesvorstandsmitglied der NPD - offenbar kein Hindernis für eine Eigenwerbung als "unverbrauchte politische Kraft".

Als erste Erfolge meldet "pro Bayern" allerdings erst einmal nur einzelne Eintritte von Rechtsaußen-Funktionären, die bei anderen Parteien das Handtuch geworfen haben. Dazu zählt Alexander Dollinger aus Regensburg, der als bisheriger Jugend-Funktionär der "Republikaner" (REP) vorgestellt wird und in seiner Heimatstadt eine örtliche Gruppe "pro Regensburg" aufbauen will. Die dazu gehörende Internetseite soll jedoch erst am 1. Januar des nächsten Jahres an den Start gehen.

Mit an Bord ist jetzt auch Manfred Fischer aus Regenstauf, der nicht nur bei den REP, sondern auch bei der verblichenen "Deutschen Partei" (DP) seine Erfahrungen mit scheiternden Parteien gemacht hat. Doch nicht nur aus abgewrackten Rechtsaußen-Parteien sollen die neuen Mitkämpfer stammen, die "pro Bayern" einen "grossen Zulauf" bescheren, denn laut eigener Aussage befinden sich darunter "auch ehemalige Mitglieder der SDAJ, der SPD, der CSU etc.". Im Radsport würde "pro Bayern" wohl in die Kategorie externer Link"Besenwagen" einzuordnen sein.

Die nächsten Aktivitäten sind bereits ins Auge gefasst. Im November will die Truppe "eine Delegation von PRO Bayern nach Klagenfurt zum Jörg Haider Museum" schicken, im Dezember soll "eine große gemeinsame Weihnachtsfeier im Raum München" den Parteiaufbau voranbringen. Noch Gewaltigeres steht im nächsten Jahr an, denn dann ist "eine Grossveranstaltung mit Politikern der FPÖ usw." geplant.