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Europa / Rechtsextremisten
Die Medien müssen draußen bleiben PDF Drucken E-Mail
redok   
20.11.2009
Wien. Am Samstagabend wollen österreichische Studentenverbindungen in der Wiener Hofburg einen "Festkommers" feiern, darunter auch die rechtsextreme Burschenschaft "Olympia". Bei dem Treiben sollen die Medien aber draußen bleiben. Zu dem Ereignis werden auch deutsche Gäste erwartet; österreichische Neonazis werben für das laut Expertenmeinung " völkische Großereignis". Proteste außerhalb der Hofburg sind angekündigt.

Gleich drei runde Jahrestage wollen die Burschenschaften begehen: "200 Jahre Tiroler Freiheitskampf", "150 Jahre Deutsche Burschenschaft in Österreich" und als jüngstes historisches Ereignis "90 Jahre Friedensdiktate von St. Germain, Versailles, Trianon". Als Festredner wird der FPÖ-Vorsitzende Heinz Christian Strache erwartet.

Bei dem Treffen selbst sind keine Medienvertreter zugelassen, wie die Veranstalter am heutigen Freitag  bekannt gaben. Einzig eine Pressekonferenz mit Strache und dem ebenfalls der FPÖ angehörenden Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf soll es vor dem Kommers geben.

Graf ist "Alter Herr" der pflichtschlagenden Burschenschaft "Olympia", die vom externer LinkDokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) als rechtsextrem eingestuft wird. Die "Olympia" hatte unter anderem durch die Einladung des Holocaustleugners David Irving zu einem Vortrag von sich reden gemacht, der bei der Anreise nach Wien 2005 verhaftet und später zu einer Strafe von drei Jahren verurteilt worden war.

Das DÖW bezeichnet den "Festkommers" in der Hofburg als externer Link"völkisches Großereignis", für das auch das rabiat antisemitische Neonazi-Portal "Alpen-Donau Info" Werbung macht. Geladen sind auch Gäste aus Deutschland: aus Berlin wird Bernd Rabehl erwartet, der nach lang zurückliegender linksradikaler Vergangenheit als SDS-Führer seinen Weg zur extremen Rechten gefunden hat und beinahe von der NPD als Kandidat zur Bundespräsidenten-Wahl aufgestellt wurde. Einen kürzeren Weg nach Wien hat die Müncher Verbindung "Danubia", die den Festkommers schon lange in ihrem Semesterprogramm stehen hat. Die "Danubia" ist jahrelang vom bayerischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft worden. Laut einer Mitteilung einer grünen Studierendengruppe soll als Redner auch der geschichtsrevisionistische Autor Gerd Schultze-Rhonhof, ehemals Generalmajor der Bundeswehr, auftreten.

Proteste gegen den Festkommers sind von linken Parteien, Studentenverbänden und Gewerkschaften angekündigt worden. Die Polizei rechnet laut Medienberichten mit "Ausschreitungen".