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Karl Pfeifer
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21.11.2009 |
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Oft genug liest und hört man von "Nahostsachverständigen" Dinge, die den Blutdruck hochtreiben. Zum Beispiel Prof. Udo Steinbach, der den Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto gleichsetzte mit dem palästinensischen Terrorismus, den er auch noch relativierte.
Um so mehr freut es, den folgenden sachlichen Leserbrief zu lesen, der auf etwas hinweist, was viele Journalisten nicht zur Kenntnis nehmen können oder wollen. Denn das Thema des arabischen Antisemitismus passt nicht zur gängigen Argumentation vom toleranten Islam, es passt auch nicht zur gängigen Erklärung, Israel alleine würde alle Probleme und Konflikte im Nahen Osten verursachen.
Offen antisemitisch
Mit Interesse las ich Rainer Hermanns ausführlichen Artikel über die politische Lage im Jemen ("Kein militärischer Sieg - und keine politische Lösung",. F.A.Z. vom 23. Oktober). Erst danach schaute ich mir das beigegebene Foto an, dessen Beschreibung mit den Worten endet: "Das Bild zeigt einen Houthi-Kämpfer, der einen Checkpoint in der Al-Jawf-Provinz bewacht." Der des Arabischen unkundige Leser erfährt allerdings nicht, was auf dem Schild steht, das neben dem "Kämpfer" zu sehen ist. Hier die Übersetzung: "Gott ist groß! Tod Amerika! Tod lsrael! Fluch den Juden! Sieg dem Islam!" Leider wird im Artikel kein Wort darüber verloren, dass auch dieser Konflikt im Jemen - wie so viele im Nahen Osten - von offen antisemitischen Parolen begleitet wird. Umso mehr ehrt es die jemenitische Zentralregierung, dass sie Anfang 2007 die etwa zwanzig jüdischen Familien, die damals noch in der Provinz Saada lebten, nach Sanaa holte, um sie vor tätlichen Übergriffen durch die "Rebellen" zu schützen.
Katharina Bobzin, Lehrbeauftragte für Arabisch an der Universität Erlangen
[Leserbrief in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"]
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