| Neonazis / Rechte Gewalt / Vor Gericht | |||
| Ein Jahr Haft für 1. Mai-Randalierer |
|
|
|
| redok | |
| 03.12.2009 | |
|
Dortmund. Zu einem Jahr Haft hat das Amtsgericht Dortmund am Mittwoch einen 22-jährigen Neonazi aus Marl verurteilt, der am 1. Mai mit 300 Gesinnungsgenossen randalierend durch Dortmund gezogen war. Bei den Krawallen hatten die Neonazis eine Kundgebung des DGB angegriffen.
Die Neonazis hatten sich am Dortmunder Hauptbahnhof versammelt und hatten gegenüber der Polizei behauptet, auf einen Bus aus Thüringen zu warten. Mit der Bahn wolle man weiter nach Siegen fahren, in Dortmund sei nichts geplant. Doch dann waren sie für die Polizei überraschend losgezogen; in der Innenstadt flogen Steine, die Kundgebung des DGB wurde angegriffen. In bisherigen Prozessen gegen Teilnehmer der gewalttätigen Nazi-Demonstration hatte die Anklagebehörde Probleme gehabt, den Beschuldigten konkrete Straftaten zuzuordnen und nachzuweisen. So musste erst Ende Oktober ein Neonazi aus Sachsen freigesprochen werden. Jetzt lag der Fall jedoch klarer, denn der bereits wegen Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte war deutlich auf einem Polizei-Video festgehalten worden, wie er einen faustgroßen Stein auf einen Einsatzwagen warf. Nach der Vorführung des Videos im Prozess legte der Neonazi ein Geständnis ab. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 22-Jährigen wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstand, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz zu einem Jahr Haft. In der Verhandlung hatte ein Polizeibeamter als Zeuge ausgesagt: "Ich bin schon länger Polizist. So einen Hass, so eine Gewalt habe ich noch nie erlebt." |