| Rechter Rand / Rechtsextremisten / Neonazis | |||
| Burschenschaft hört Ideen zum Terror |
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| redok | |
| 16.12.2009 | |
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Bielefeld. Eine "Ideenwerkstatt" zum Thema Terrorismus veranstaltete Ende November die Bielefelder Burschenschaft Normannia-Nibelungen. Als Experten hatten die Burschenschafter sich unter anderem einen Verschwörungstheoretiker und einen früheren Neonazi-Terroristen geladen.
Neben Michael Buback, dem Sohn des von der linksterroristischen "Rote Armee Fraktion" (RAF) ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, kam Klaus Rainer Röhl zu Wort, der frühere Ehemann der RAF-Führungsfigur Ulrike Meinhof. Zu den Referenten gehörte auch Elias Davidsson, der zu den "Konspirologen" zählt, die eine Urheberschaft von Muslimen an den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001 abstreiten.
Im Reigen der insgesamt sechs Referenten trat laut einem Bericht in dem neurechten Internet-Portal Blaue Narzisse auch ein früherer Terrorismus-Praktiker auf. Der 51-jährige Odfried Hepp war in den 1980er Jahren mit der neonazistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann" im Libanon gewesen, wo sie Hepp hatte sich schließlich in die deutsche Botschaft in Beirut flüchten können, die ihm einen Heimflug spendierte. In Deutschland musste er ein halbes Jahr hinter Gittern verbringen. Später nahm er Kontakte zur DDR-Staatssicherheit ("Stasi") auf und gründete im Rhein-Main-Gebiet eine Terrorzelle ("Hepp-Kexel-Gruppe"). Die Nazi-Terroristen verübten Banküberfälle sowie Anschläge mit Autobomben auf amerikanische Soldaten und Einrichtungen. Vor den Fahndern flüchtete Hepp in die DDR, wo ihm die Stasi Unterschlupf gewährte. Im Auftrag einer palästinensischen Terrorgruppe sollte er in Mitteleuropa Waffenverstecke anlegen, flog jedoch in Frankreich auf und wurde dort zu zwei Jahren Haft verurteilt. An Deutschland ausgeliefert, wurde ihm auch hier ein Prozess gemacht, in dem er zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. In Bielefeld zeigte sich Hepp den Burschenschaftern als geläutert und beschrieb seinen "Wandlungsprozeß zum Humanisten". Die DDR-Stasi habe ihm nicht nur bei der Flucht vor den westdeutschen Behörden geholfen, sondern auch "ein Umdenken bei ihm bewirkt". Die DDR-Geheimdienstler hätten "linken und rechten Terroristen aus Westdeutschland zumindest einen zivilen Neuanfang in der DDR ermöglicht", wird Hepp von der Blauen Narzisse zitiert. Das Interesse der Zuhörer ging jedoch angesichts der freundlichen Bemerkungen über die verflossene DDR auch in eine andere Richtung. Eine Nachfrage aus dem Vortrags-Publikum wollte wissen, ob die Stasi "vielleicht neonazistische Organisationen im Westen gefördert habe, um das Feindbild des faschistischen Klassenfeindes aufzubauen". Möglicherweise zum Bedauern des Fragestellers konnte Hepp jedoch nur erwidern, dies sei ihm nicht bekannt. Einig waren sich jedoch fast alle Referenten, dass es "einzig auf die Sichtweise ankommt, ob man Terrorist oder Freiheitskämpfer sei". Aus Odfried Hepps Sicht waren so auch die RAF-Terroristen "Freiheitskämpfer gegen ein ungerechtes System gewesen". Das sah Michael Buback naturgemäß deutlich anders. Alles auf Video
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