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Rechtsextremisten / Immobilien
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redok   
24.01.2010
Köln. Wieder einmal hat der schwedische Millionär Patrik Brinkmann vorgeblich die Spendierhosen angezogen. Für den Landtagswahlkampf der rechtsextremen Partei "Pro NRW" will er fünf Millionen Euro springen lassen. Zunächst soll eine Immobilie erworben werden: ins Auge gefasst hat die Pro-Partei dafür den Turm einer früheren Kirche in Köln-Mülheim für eine knappe Million Euro. Die Kirchengemeinde hat jedoch schon entschieden abgelehnt, ihr Gebäude an Rechtsextreme zu verkaufen.

Der rechte Schweden-Millionär verlor nach seinem Eintritt in die Pro-Gruppierung keine Zeit, um sich gleich in der neuen politischen Heimat in die erste Reihe zu bringen. Flugs reklamierte er die Spitzenposition für den Wahlantritt des Berliner Pro-Ablegers. Nur wenig später wurden angebliche Versprechungen zur Finanzierung der Pro-Bewegung publik: Fünf Millionen Euro will Brinkmann demnach in den nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf der Gruppierung pumpen.

Als erstes soll eine Immobilie beschafft werden, die als "Zentrum der Islamisierungskritik in Nordrhein-Westfalen" und als "Herberge für die Opfer des Islam"dienen soll. Konkret nannte "Pro NRW" den Lutherturm in Köln-Mülheim, einem durch einen hohen Bevölkerungsanteil türkischer Herkunft geprägten Stadtteil. Der Kirchturm einer leer stehenden Kirche (450 Quadratmeter Nutzfläche) wird inklusive Grundstück von 1.500 qm sowie Wohnhaus (200 qm) für 985.000 Euro zum Kauf angeboten.

Allerdings hat die evangelische Gemeinde, der die Immobilie gehört, bereits entschieden abgewinkt. Die Pfarrerin Wilma Falk-van Rees sagte dem WDR: "Wir leben hier in guter Nachbarschaft zu den verschiedenen Nationen in unserem Stadtteil. Deshalb käme ein Verkauf an eine rechtsgerichtete Organisation wie Pro Köln oder Pro NRW nie in Frage."

Die Pro-Partei soll aber noch andere Objekte im Visier haben. Dazu zählen ein Hotel in Leverkusen, ein Bauernhof im Rhein-Erft-Kreis und ein ehemaliges Bundesbank-Gebäude in Minden.

Dieser spendierwillige Einstieg von Brinkmann bei der Pro-Bewegung weckt Erinnerungen an seine kurzen Karrieren als Gönner der NPD und der DVU, wo er jeweils ebenfalls durch Erwartungen und Versprechungen reichlich Hoffnung auf großzügige Finanzierung weckte. Bei der NPD galt er als "unser Freund", nachdem er im schicken Berlin-Zehlendorf eine Villa für 3,3, Millionen Euro gekauft hatte. Dort hatte Brinkmann auch NPD-Abordnungen mit Parteichef Udo Vogt aus der eher tristen Parteizentrale in Treptow-Köpenick empfangen. Der Schwede hatte jedoch den innerparteilichen Voigt-Konkurrenten Andreas Molau unterstützt, der den langjährigen NPD-Chef ablösen wollte. NPD-Funktionäre wie Eckart Bräuniger wussten später zu erzählen, dass Brinkmann der NPD 20 Millionen Euro geboten habe, wenn sie nur Molau zum Chef küren würde.

Daraus wurde jedoch mangels Unterstützung für Molau in der NPD nichts. Stattdessen wechselte Molau bald zur DVU. Brinkmann folgte ihm kurz darauf und erweckte dort prompt wieder den Eindruck des künftigen Partei-Finanzierers.

Doch die DVU erwies sich für Brinkmann als Niete. Im September 2009 war die DVU sang- und klanglos aus dem Landtag Brandenburg verschwunden und hatte damit das letzte Mandat auf Landesebene verloren. Allerdings erwies sich auch Brinkmann für die DVU keineswegs als generöser Geldgeber. Der frühere Partei-Monarch Gerhard Frey soll Forderungen von fast einer Million an die DVU gestellt haben. Der mit dem jetzigen DVU-Chef Matthias Faust befreundete Neonazi-Kader Christian Worch hatte der Partei 50.000 Euro geliehen; erst mit einem gerichtlichen Vollstreckungstitel bekam Worch die erste Rückzahlungsrate.

Nun wird also die Pro-Bewegung zum Nutznießer Brinkmann'scher Versprechungen. Was tatsächlich daran ist , wird man abwarten müssen.