| NPD / Vor Gericht | |||
| NPD-Funktionär als Ladendieb verurteilt |
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| redok | |
| 20.05.2010 | |
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Görlitz. Zu zwei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung hat das Amtsgericht Görlitz (Sachsen) den NPD-Ortsvorsitzenden Stephan Latzel verurteilt. Der Rechtsextremist hatte im September des vorigen Jahres in einem Görlitzer Supermarkt Lebensmittel im Wert von 7,22 Euro gestohlen.
Der 31-jährige Latzel hatte noch Glück mit der Bewährungsstrafe, denn er ist bereits mehrfach vorbestraft. Zudem lief zum Zeitpunkt des Diebstahls noch eine Bewährungszeit, berichtet die Sächsische Zeitung. An einem Samstagabend im September 2009 hatte Latzel in der Lebensmittelabteilung eines großen Supermarktes zugegriffen: Aus den Kühlregalen wanderten Hähnchenkeulen, Schweineschnitzel und Geflügelsauce in den Rucksack des NPD-Mannes. Dabei wurde er jedoch beobachtet und wurde prompt erwischt. Vor Gericht kamen seine Vorstrafen zu Sprache. 1.500 Euro Geldstrafe hatte das Amtsgericht München im Jahre 2002 gegen ihn verhängt, weil er von seinem Arbeitgeber Leistungen erschlichen hatte. Im Jahr darauf verurteilte ihn das gleiche Gericht erneut wegen Diebstahls zu 1.600 Euro Geldstrafe. Wieder ein Jahr später sind laut Urteil des Amtsgerichts Augsburg wegen Beleidigung mit vorsätzlicher Körperverletzung 2.400 Euro fällig. Zurück in der sächsischen Heimat wurde für Latzel im Oktober 2006 erstmals eine Freiheitstrafe fällig. Wegen falscher uneidlicher Aussage verurteilte ihn das Amtsgericht Löbau zu acht Monaten auf Bewährung. Noch in der Bewährungszeit kaufte Latzel Waren ein, ohne zu bezahlen. Die Quittung: ein Strafbefehl von 400 Euro, die Bewährung wurde bis Januar dieses Jahres verlängert. Noch in dieser Bewährungszeit steckte Latzel im Supermarkt die Hähnchenkeulen ein. Noch einmal wurde ihm jetzt für die zwei Monate Freiheitsstrafe Bewährung gewährt; dazu muss er innerhalb der nächsten sechs Monate 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der NPD-Ortsvorsitzende sitzt als einer von vier NPD-Männern im Kreistag Görlitz. Sein Strafregister hatte seine Parteikameraden offenbar nicht gestört, denn erst im Februar dieses Jahres hatten sie ihn erneut zum Görlitzer Parteichef gewählt. Ohne Gegenkandidaten bekam er 97 Prozent der Stimmen. Latzel hatte seinem Parteivolk verheißen, der NPD seien "die Probleme des Volkes auch außerhalb von Wahlkämpfen nicht gleichgültig". Zugleich versprach er, dass man "auch in diesem Jahr aktiv in der Öffentlichkeit präsent sein wird". Die jetzige öffentliche Präsenz im Amtsgericht wird er damit kaum gemeint haben. |