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Neonazis / Rechte Gewalt
Späte Distanzierung PDF Drucken E-Mail
redok   
28.05.2010
Dortmund. Mehr als zwei Jahre nach der Verurteilung eines Neonazis hat sich die westfälische Neonazi-Szene von dem Gewalttäter distanziert. Der Grund für die späte Abkehr vom "Kameraden": der Mann soll als V-Mann des Verfassungsschutzes enttarnt worden sein. Noch im vorigen Jahr hatten die Neonazis den damals inhaftierten Dortmunder mit einem "Solidaritäts-T-Hemd" gefeiert.

Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch war der damals 25-jährige Markus Nikolaus (Spitzname: "Wirsing") im April 2008 in Dortmund zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Er saß seine Haft in der JVA Bielefeld-Brackwede ab.

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"Soli-T-Hemd" für neonazistische Gewalttäter

Während der Haftzeit konnte er sich der Unterstützung durch seine "Kameraden" sicher sein. Ende 2008 warb der "Nationale Widerstand Dortmund" für eine Postkarten-Grußaktion zum "Julfest" an eine Reihe von "politischen Gefangenen", unter anderem an den Polizistenmörder Kay Diesner, den wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf das Jüdische Zentrum München verurteilten Martin Wiese und an Markus Nikolaus. Neben anderen neonazistischen Gewalttätern - so etwa dem wegen Totschlags verurteilten Sven Kahlin aus Dortmund - wurde auch Nikolaus mit seiner Knastadresse auf einem "Solidaritäts T-Hemd" der Szene gefeiert, für das auf einer eigenen Webseite geworben wurde. Noch Mitte letzten Jahres wurde das schwarze Hemd verkauft.

Während die westfälischen Neonazis damals keinerlei Probleme mit den Gewalttaten der verurteilten "Kameraden" hatten, wird jetzt eine "Distanzierung" von Nikolaus "und seinen Straftaten" behauptet. Kamerad "Wirsing" wurde nämlich "als V-Mann des Verfassungsschutzes enttarnt", verkündet der ebenfalls knasterfahrene Neonazi-Anführer Sascha Krolzig aus Hamm.

Krolzig hatte im April eine Feier zum siebenjährigen Bestehen seiner "Kameradschaft Hamm" organisiert. Im März soll er bei einem Angriff auf ein Lokal der Grün-Alternativen Liste in Kamen beteiligt gewesen sein, in dem eine Info-Veranstaltung über Neonazis stattfand. Die Polizei hatte 35 Neonazis aus Dortmund, Kamen, Unna, Krefeld und Menden zunächst eingekesselt und dann festgenommen, gegen die Strafanzeigen wegen schweren Landfriedensbruches erstattet wurden.

Ergänzung vom 30.05.2010:

Siehe auch: Dementierte Distanzierung