start arrow notizblog arrow Dementierte Distanzierung
Neonazis / Rechte Gewalt
Dementierte Distanzierung PDF Drucken E-Mail
redok   
30.05.2010
Dortmund. Als "Falschmeldung" wird von einem westfälischen Neonazi-Kader eine Mitteilung bezeichnet, laut der ein Dortmunder "Kamerad" als Verfassungsschutz-Agent enttarnt worden sei. Der wegen verschiedener Gewalttaten verurteilte Mann habe in "Gesinnungshaft" gesessen.

Am Freitag hatte redok über die Distanzierung vom angeblichen V-Mann berichtet. In einer Stellungnahme im Internetportal der "Kameradschaft Hamm" weist deren Anführer Sascha Krolzig nun diese Distanzierung zurück, die unter seinem Namen erfolgt war.

Der "Kamerad Markus Nikolaus" sei kein V-Mann des Verfassungsschutzes, heißt es dort. Darüber hinaus habe sich redok auf "eine ominöse Rundmitteilung von 'Krolzig88@aol.com'" berufen, was aber nicht seine "ePost-Adresse" sei, so Krolzig in dem Dementi. Damit macht der Kameradschafts-Kader erstmals die Existenz einer solchen "Rundmitteilung" bekannt, denn tatsächlich war in dem redok-Bericht weder von einer Mail-Mitteilung noch von einer Email-Adresse die Rede.

Zugleich macht Krolzig in der Internet-Mitteilung deutlich, dass sich die westfälischen Neonazis keineswegs von den Gewalttaten distanzieren, wegen derer Nikolaus verurteilt worden war. Der in Dortmund wohnende Neonazi habe vielmehr 19 Monate in "Gesinnungshaft" gesessen, heißt es jetzt in gewohnter Manier.

Seit dem Wintersemester 2009/2010 studiert Krolzig Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld und soll seit kurzem auch in der ostwestfälischen Stadt wohnen.